Ich bin extrem.

„Ihr Veganer seid immer so extrem mit allem“

„Du bist aber echt krass extrem mit dem, was du isst“

„Veganismus – das ist mir zu extrem“

Sicher kennt ihr diese Sprüche alle.

Und ich selbst habe das gesagt, als ich noch Vegetarierin war und mir NIEMALS vorstellen konnte, mich rein pflanzlich zu ernähren, obwohl ich zum Beispiel keine Milch getrunken oder Eier gegessen habe.

Aber auch für mich war es so extrem. Zumindest erschien mir das so. Eigentlich war es immer nur anders und auch ein bisschen anstrengend, wenn man mal ehrlich ist. Sogar beim Kaugummi muss man aufpassen oder bei der Zahnpasta.

Heute gibt es für mich keine besser Ernährungsweise als die vegane.

So viele entschuldigen bzw. verteidigen ihre Entscheidungen, tierische Produkte zu verzehren. Auch ich habe das getan und gesagt, dass ich ja, wenn ich mal Mozzarella essen würde, dann aber nur Bio-Qualität kaufe. Weil das ja auch so einen riesen Unterscheid für die Kühe macht.

Die werden auf den Bio-Bauernhöfen nämlich nicht permanent besamt und die Kälber werden ihnen dann  auch nicht nach der Geburt weggenommen. Nein, da ist alles ganz traumhaft schön idyllisch und die Kühe haben einen Milchüberschuss in Fakt, deswegen MÜSSEN wir Menschen ihnen HELFEN, indem wir ihre Milch trinken.

Aber Sarkasmus beiseite.

Hier bei PETA stoße ich auf so viele Schandtaten und jedes Mal aufs Neue kommt mir wirklich das Kotzen, und das meine ich auch so.

Jedes Mal, wenn ich sehe, wie ein Fisch bei lebendigem Leibe gehäutet wird, eine Kuh zerteilt wird, obwohl sie nicht tot ist, wenn Enten bei vollem Bewusstsein gerupft werden, Katzen im Labor zur Belustigung der Pfleger die Krallen ausgerissen werden, Pferde für Speed-Tests in den Tod getrieben werden, Tiere durch anal oder vaginal eingeführte Stromschläge getötet werden, dann bleibt mir der Mund offen stehen und ich frage mich, wie Menschen so etwas tun können und vor allem, wie andere so etwas zulassen können.

Neulich habe ich einen Report gelesen, in dem es um Hühnerfarmen ging. Das war wieder ein Moment, in denen ich kopfschüttelnd vor dem Computer saß und minutenlang gar nicht begreifen konnte, was ich da gelesen hatte. Die Hühner werden teilweise sexuell (ja, sexuell) missbraucht. Ernsthaft? Auf so eine Idee muss man überhaupt erstmal kommen!

Und das schlimme ist, dass die Videos, die von PETA und anderen Organisationen gezeigt werden, keine Einzelfälle sind oder nur die schrecklichsten Szenen herausstellen. Vieles ist so grausam, dass man es gar nicht zeigen kann.

Da dachte ich, Earthlings sei brutal und dann geht es immer noch härter.

Alles, was mir da einfällt, ist: Ich bin gerne extrem, wenn das heißt, dass ich nicht will, dass wegen mir Tiere gequält und getötet werden.

Oh ja, ich bin mit Leib und Seele extrem, wenn dieses Wort mit Veganismus gleichgesetzt wird.

Auf Extremismus.

Und darauf, dass noch viel mehr Menschen sehen wollen, was mit den Tieren passiert und handeln.

Ich finde, es ist eine Sache, Produkte zu kaufen, deren Hintergrund man nicht kennt. Wenn allerdings die Fakten auf dem Tisch liegen, und man trotzdem noch diese Produkte kauft, dann seid ihr für mich genauso ignorant, wie ich für euch extrem bin.

Habt ihr noch Lust auf Fleisch?

Es ist ein Video von vielen.

(Und ich verspreche euch, dass es morgen leichtere Kost gibt und Highlights von der Outreach-Tour bei Rise Against.)

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17 Kommentare zu “Ich bin extrem.

  1. Du hast Recht! Du hast soo Recht! Danke für diesen Beitrag“
    Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es eine enorme Verdrängungsarbeit ist, als Normalesser einfach in den Supermarkt zu gehen und ohne Nachdenken Qualfleisch zu kaufen. Jeden Tag. Und dann die Angst, Verzweiflung und den Stress auch noch zu essen. (Und sich dann noch zu wundern ,warum man alle möglichen Krankheiten bekommt – meine Ergänzung). Aber wie bekommt man die Leute dazu, die Augen aufzumachen?

    • Gerne 🙂
      Das glaube ich dir aufs Wort!! „Qualfleisch- finde ich gut. Das beschreibt es perfekt.
      Die Menschen müssen bereit sein. Man kann ihnen noch so viele Videos zeigen, wenn die Leute nicht wirklich etwas ändern wollen, dann machen sie es auch nicht. Das ist jedenfalls meine Einschätzung. Es hilft, wenn man sie einfach damit konfrontiert, ihnen Bilder unter die Nase hält, etc., sodass sie einfach hinschauen MÜSSEN.

  2. Versteh mal einer die Menschen…vorallem die Grausamtkeit dieser Menschen..oder lieber Monster?! Ich verstehe oft nicht, dass Menschen so intolerant und rücksichtslos sein können…bevor ich mich entschieden habe vegan zu leben war mir dieses Ausmaß an Tierquälerei nie bewusst…man weiß natürlich, dass Kühe nicht glücklich auf einer Alm leben oder Schweine sich zufrieden im Schlamm wälzen können, aber naja… vielleicht wollte ich immer das Gute sehen und habe erstmal so gelebt…bis zu dem Tag an dem ich in einem Video die Tierquälerei auf den Hühnerfarmen gesehen habe..von da an war mir klar, dass ich so nicht weiterleben kann und von heute auf morgen wurde ich „extrem“ (wie du bzw. andere es so gerne sagen 😉 )…oft fragen mich Leute warum und wieso..ich erkläre ihnen das, erzähle ihnen was auf der Welt so „passiert“ und sie sagen…“boaa ist das schrecklich….aber auf Fleisch verzichten kann ich trotzdem nicht“…und sowas geht mir einfach nicht in den Kopf…wie kann man bitte etwas genießen was auf so brutale Art und Weise ums Leben gekommen ist?! Mir kommt es schon hoch wenn ich nur daran denke..aber wenn man Bilder sieht oder sich Videos anschaut…dann muss es doch klick machen oder etwa nicht?!

    Naja..du weißt wie das ist…Menschen sind grausam…..und man kann nur weitermachen und die sie über diese Schandtaten aufklären..

    • Das sehe ich genauso.
      Vor allem wiese diese Leute ja, dass es nicht richtig ist, aber sie sind einfach so selfish und ignorant. Gestern hat auch ein Mädel gesagt „mir geht es doch gut, da sind mir die Tiere egal“, da war ich auch baff. Aber das ist leider kein Einzelfall. Für viele ist es einfach bequem, wie sie leben und es ist zu anstrengend für sie, etwas zu ändern.
      Ich bin damals auch Vegetarierin geworden, als wir in der Schule ein Video über Hühnerfarmen gesehen haben!
      Genau, Aufklärung ist alles!! Ich sehe ja, was es bringt und das treibt einen an, weiterzumachen 🙂

  3. Normal ist immer das, was die meisten tun. Extrem ist das, was am weitesten weg ist von dem, was die meisten tun. Darüber, was richtig und was falsch ist, sagen beide Begriffe erstmal gar nichts aus.

    Manchmal ist das richtig, was als normal bezeichnet wird (z.B. ist es in unserer Gesellschaft normal, dass man andere Menschen nicht tötet – was ich für ethisch richtig halte). Manchmal ist das richtig, was als extrem bezeichnet wird (z.B. die Überzeugung, dass Tiere nicht dazu benutzt werden sollten, nicht-elementare menschliche Bedürfnisse zu befriedigen – was ich ebenfalls für ethisch richtig halte).

    Das Problem dabei ist, dass das, was wir für normal bzw. extrem halten, sozialisiert wird. Wir lernen die geltenden Normen unserer Gesellschaft von frühester Kindheit an – also in einer Phase unseres Lebens, in der wir so formbar sind wie wir es nie wieder sein werden. Und wir klammern uns an diesen gelernten Überzeugungen fest, weil sie uns dabei helfen, unser Handeln zu rechtfertigen.

    Deswegen stößt man auch häufig auf heftigen Widerstand, wenn man mit Fleischessern diskutiert – niemand mag es, wenn sein liebgewonnenes Weltbild infrage gestellt wird. Ich bin deswegen auch davon abgekommen, aktiv die Konfrontation zu suchen. Stattdessen lebe ich vor, dass man als Veganer ein erfülltes, aktives, genussvolles Leben führen kann. Ich glaube nämlich, dass die Vorbehalte gegenüber dem Veganismus auch aus einer Angst vor dem Fremden entstehen.

    Bislang hat diese Strategie gut funktioniert – auch wenn die Menschen in meinem Bekanntenkreis nicht reihenweise zu Veganern werden, sind viele doch wenigstens interessiert und fragen nach. Und das ist meines Erachtens viel mehr wert für „unsere Sache“ als Fleischesser, die heftig kritisiert wurden und dann komplett dicht machen.

    • Daniel, du hast so Recht mit dem, was du schreibst!!!
      Ich bin auch weit vom Missionieren entfernt normalerweise, aber manchmal packt es mich dann 😉
      Prinzipiell hilft es immer, wenn man sagt, dass man sich einfach viel besser fühlt, statt zu beleidigen/anzugreifen.
      Mein bestes Erfolgsrezept: Omnivore durch leckeres Essen überzeugen.

  4. Für mich ist es auch immer wichtig hinzuzufügen, dass Fleisch in so großen Mengen, wie es heutzutage konsumiert wird, genau so wenig wie Milchprodukte (täglich 3-4 Portionen wird empfohlen) viele negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hat, um es einmal ganz grob auszudrücken.

    Es ist wirklich schlimm, dass man Leuten solche Videos überhaupt zeigen muss, damit sie kapieren, was den Tieren da angetan wird, nur damit sie sich weiterhin ihre Wurstbrote in ihre fetten Bäuche stopfen können (nicht jeder Omnivore ist fett, aber ich neige dazu, wenn mich etwas ärgert, zu verallgemeinern ^^).

    Und vielen Dank für den Sarkasmus – made my day 🙂

    • Das stimmt! Es gibt einfach so viele weitere Punkte (Welthunger stoppen/schmälern, Klimawandel verhindern, Krankheiten auslöschen,…).
      Haha, Wurstbrote und Bier 😀
      Sarkasmus ist meine Muttersprache 😉

  5. hej michi, ich bins. melie!
    das video, unfassbar. ich mein, ich hab schon öfter sowas gesehn aber irgendwie… unfassbar.
    I’m speechless. nur noch sprachlos. mehr kann ich nicht sagen! ach doch:
    ich kenne rise against und ich LIEBE sie! freu mich auf den beitrag. gute nacht, my love :-*

    • meeeeeeeeeeeeeeelie! liebste melie!
      ich weiß, es ist so schlimm 😦 du glaubst gar nicht, welche videos ich gesehen habe. da kann man nur sprachlos sein. und dann wütend, dass so etwas passiert. und dankbar, dass es PETA gibt!
      ja, die schneeflocken sind cool, ge?
      ich wusste nicht, wie bekannt rise agains sind!! ich muss dir dann unbedingt mein praktikumsvideo zeigen, da kommen die drin vor 😉 und die menge tobt!
      bis gaaaaaaaaaanz bald!!
      hugs

  6. Ich kenne sehr viele Menschen, die zwar wissen was Phase in Sachen Massentierhaltung ist, aber trotzdem nichts ändern. Meistens kommen die typischen „Argumente“: „Man kann eh nichts ändern!“, „Aber der Mensch muss Fleisch essen!“, „Das ist zwar schrecklich, aber das war schon immer so!“ oder auch ganz beliebt: „Ich lebe nur einmal!“ und „Leben und Leben lassen!“.
    Gerade der letzte Spruch regt mich oft auf. Ich lasse doch auch niemanden, wenn ich es weiß, aus reiner Toleranz seine Frau schlagen oder sein Kind missbrauchen, nur weil jeder so leben möchte, wie er es für richtig hält.
    Ich wusste nicht welches Ausmaß die Tierhaltung und Ausbeutung, Tötung angenommen hat, bevor ich vegan wurde. Ich hatte eine Ahnung, aber keine dazugehörigen Fakten und Bilder. Als ich diese hatte KONNTE ich nicht anders, als etwas ändern. Ich konnte einfach nicht mehr so leben. Deshalb frage ich mich, wie andere das verdrängen können.

    P.S. Ich mag deinen Blog 🙂 Frohes Neues!

    • So etwas ist, in meinen Augen, einfach Ignoranz.
      Und ich frage mich auch, wie die Leute das einfach verdrängen können. Aber viele glauben ja zum Beispiel, dass auf Bio-Bauernhöfen alles besser ist bzw. sie WOLLEN das glauben.
      Ach, leider ein leidliches Thema. Da können wir diesen Menschen nur hoffen, dass sie in 2012 ein bisschen Klarheit gewinnen.
      Was mich nur am meisten aufregt, ist, dass die ja alle wissen, dass es nicht richtig ist!! Wenn jemand sagen würde, ihm wäre das wirklich von Herzen egal, dann kann er von mir aus diese Sch***e auch essen, mit dem ganzen Gift und der ganzen Angst der Tiere. Aber nein, es ist nur bequem, weiterhin so etwas in sich reinzustopfen und die Industrie zu unterstützen damit.
      Jetzt genug aufgeregt, wir freuen uns auf ein tolles neues Jahr 🙂 Guten Rutsch!

      P.S.: Danke 🙂

    • Vor allem ist „Leben und Leben lassen“ ja wohl eigentlich DER Spruch FÜR eine vegane Lebensweise, oder?

      Allen, die das genauso sehen, wünsche ich ein tolles 2012. Bleibt euch treu!

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