How to: Kochen mit TOFU.

Es ist ein gigantisches Vorurteil: Veganer lieben Tofu und essen den ganzen Tag nichts anderes. Jedem, dem ich sage, dass ich vegan lebe (schon als Vegetarierin war das so), fragt mich, ob ich

a) Tofu liebe?
b) genug Protein zu mir nehme?
c) den ganzen Tag nur Salat und Tofu essen würde?

Tz. Als ob es nur Tofu gäbe!

Obwohl ich nicht wirklich oft Tofu esse, so mag ich ihn doch sehr gerne. Er ist sooo vielseitig verwendbar, und das ist eine Eigenschaft, die ich besonders an ihm mag.

Es wird ja von jeher diskutiert, ob Sojabohnen nun gesund sind oder nicht und viele sagen, Tofu, etc. würde dick machen. Ich jedenfalls nehme kein Gramm zu, wenn ich mal mehr davon esse und habe auch kein schlechtes Gefühl beim Essen von Sojaprodukten.

Nur kurz für die, die Tofu nicht kennen.

Tofu ist Sojabohnen-Quark und in verschiedenen Sorten erhältlich. Beispielsweise:

  • Seidentofu: sehr weiche Konsistenz, besonders gut für Saucen und Desserts geeignet. (Katie hatte mal über Seidentofu im Porridge gepostet. Das ist super lecker. Ich püriere dazu einfach den Tofu mit etwas Wasser, ein wenig Agavendicksaft, wirklich nur 1/4 TL und etwas Vanilleextrakt und gebe es dann zum Porridge hinzu)
  • Gewürztofu: zum Beispiel mit getrockneten Tomaten, Basilikum, Mandel-Nuss…
  • Räuchertofu: erinnert vom Geruch an Räucherfisch, schmeckt aber 10x besser 😉 Gibt Gerichten den besonderen Kick und schmeckt sowohl roh als auch gebraten. Für mich ist dieser Tofu am besten dafür geeignet, wenn man Fleisch ersetzen will, da er ein sehr kräftiges herzhaftes Aroma hat.
  • „normaler“ Tofu. Dieser besteht lediglich aus Sojabohnen und evtl. Gerinnungsmitteln. Er ist in unterschiedlichen Konsistenzen erhältlich. Je nachdem, was man mit dem Tofu vorhat, sollte man auch einen passenden Tofu kaufen. Wenn man den Tofu braten will, eignet sich besser ein fester; wenn man den Tofu pürieren will oder hier machen möchte, eignet sich auch ein weicherer. Der Tofu vom Aldi z.B. ist fest, der von Alnatura eher weich.

Wichtig finde ich es, dass man auf GMO achtet, bzw. darauf, dass der Tofu eben nicht aus genmanipulierten Sojabohnen besteht.

In Amerika habe ich immer „sprouted tofu“ gekauft, also von gekeimten Sojabohnen- der beste Tofu, der mir je untergekommen ist. Allerdings habe ich den bis dato in Deutschland noch nicht gesehen.

Wo kann ich Tofu kaufen?

Mittlerweile fast überall 🙂 Ob Aldi oder Rewe- meist findest man mindestens eine Sorte. Für mehr Auswahl lohnt sich allerdings ein Besuch im Reformhaus, Bioladen, Alnatura oder dm.

Und was kann man mit Tofu alles machen?

Alles!

Wie ich schon gesagt habe, ist Tofu extrem vielseitig.

Nur 2 Dinge muss man tun:

  • ordentlich würzen bzw. marinieren, sodass der Tofu auch nach etwas schmeckt, da er sonst sehr geschmacksneutral ist
  • und den Tofu ausdrücken, sodass er wenig Flüssigkeit enthält. Dies trägt wesentlich zu einer ordentlichen Konsistenz nach dem Zubereiten bei und stellt sicher, dass der Tofu nicht zerbröselt. Ich umwickel den Tofu mit etwas Zewa und drücke entweder mit meinen Händen die Flüssigkeit heraus, oder lege für 10 Minuten ein paar schwere Bücher drauf. Es gibt auch Tofu-Pressen zu kaufen. Ich finde den Tofu aber auch ohne Presse ausgedrückt sehr gut.

Ich mag am liebsten folgende Marinaden:

  • Sojasauce, Chili, Cumin
  • Rotweinessig, Salz, Pfeffer, Kräuter nach Belieben, etwas Öl
  • Garam Masala, Chili, Salz, Peffer, etwas Öl
  • Sojasauce, Chili, Ingwer

Mir schmeckt der Tofu am liebsten im Ofen gebacken. Dann benötigt man wenig Fett und der Tofu bekommt eine richtig tolle Konsistenz. Außen etwas knusprig (wenn man will) und innen schön „zart“.

Letztens habe ich in diese Keine-Käse-Pasta-Sauce einfach Tofu mithineingemixt. (Das Rezept kann im Übrigen nach Belieben verändert werden, ich nehme in letzter Zeit zum Beispiel immer nur Wasser, weniger Fett und tausche die Kräuter mit denen, die ich Zuhause habe, aus.)

Auch in Smoothies füge ich manchmal Tofu (am besten Seidentofu) hinzu, wenn ich einen höheren Proteingehalt haben will (das kommt vor, wenn ich so wie heute sehr lange joggen war und mir nach Recovery zumute ist). Zum Beispiel dieser Weihnachtliche Smoothie hat Seidentofu als Grundlage.

Eines meiner neuen Lieblingsrezepte sind diese Tofu-Bällchen.

Sehr gerne mag ich auch Tofu in Salaten. Ich brauche täglich Protein, sonst bleibe ich nicht lange satt, und so esse ich immer eine Mahlzeit am Tag, die entweder Hülsenfrüchte oder Tofu enthält. Hier findet ihr ein Rezept dazu, wo bei es eher eine Grundidee ist 😉

Ein Rezept für eine lecker Lasagne, bei der Tofu als „Ricotta“ fungiert.

Manchmal esse ich morgens sehr gerne etwas Herzhaftes und bereite mir dann ein Tofu-Scramble zu.

Hierfür nehme ich „normalen“ Tofu, den ich nicht ausdrücke und zerpflücke ihn in kleine Stücke. Dann brate ich ihn mit dem Gemüse meiner Wahl an, würze alles und fertig ist ein super schnelles und eiweißreiches Essen!

Und ihr könnt euch schon auf nächste Woche freuen, denn dann poste ich ein Rezept für einen „Griechischen Salat mit Tofu-Feta“ 😉

Wie steht ihr zu Tofu? Mögt oder hasst ihr ihn? Und wie bereitet ihr ihn am liebsten zu?

Und schönen Sonntag noch!

Hier in London schneit es seit Stunden – wunderschön 🙂 Nur habe ich für die kurze Zeit natürlich nicht so viel mitgenommen und vor allem meine warmen Wintersachen daheim gelassen… Schön, dass es Primark und günstige 1-Pfund-Mützen gibt 😉

Zum Abschluss noch dieses Bild. Das habe ich eben geschossen und finde es absolut umwerfend!

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17 Kommentare zu “How to: Kochen mit TOFU.

  1. wow, ein echt ausführlicher post… ich glaub aber die meisten veganer kennen sich mit tofu schon bestens aus 😉

    nicht zu vergessen Tofu-Würstchen, -bratlinge, -bolognese, -bratstreifen, -bällchen, -schnitzel, -käse, -aufschnitt, -geschnetzeltes, -burger… gibts ja alles schon fertig zu kaufen.
    ich find tofu auch lecker einfach so aufs brot, ist ja quasi wie leberkäse o.ä. da nehm ich am liebsten räuchertofu.

    • der Post war für Leute gedacht, die sich nicht damit auskennen. Wenn du nicht unter diese Kategorie fällst, umso besser für dich 🙂
      Diese Produkte habe ich mit Absicht nicht aufgeführt, da sie ja bereits verzehrfertig sind.
      Stimmt, Räuchertofu habe ich auch schon auf Brot gegessen!

  2. Ich als „Neu-Veganerin“ fand den Post sehr hilfreich ^^ mit Tofu kann ich mich bis jetzt nämlich nur bedingt anfreunden, vor allem wohl, weil ich nicht so recht wusste, wie ich ihn zubereite. Die Marinaden werde ich aber auf jeden Fall mal ausprobieren!

  3. Räuchertofu ist irgendwie nicht so meine Welt. Habe bisher aber auch nur den von Alnatura einmal gegessen.

    Aber ich liebe das 3-Zutaten-Mousse au Chocolat (Seidentofu, geschmolzene Schokolade und evtl. Zucker, wenn mans noch süßer haben will) =D Das ist ja einfach nur genial =)

    Und das Graffititofu von Taifun find ich auch toll, ganz zu schweigen vom Tofu Rosso *-*

    Trotzdem bin ich generell eher auf der „Seitanseite“ 😛

    Alles Liebe! Miri

    • Räuchertofu ist auch wirklich sehr extrem im Geschmack.
      Das Tofu-Mousse liebe ich auch 🙂 Wer mag es nicht?? Nur lieber mage ich das mit Avocado und Banane, ganz ohne Tofu.
      Den Graffiti-Tofu kenne ich noch gar nicht, den muss ich gleich mal googlen 🙂
      Ich sende viel Schnee aus London 😉

  4. Sehr schickes Foto, das ist dir echt gelungen!

    Ja, Tofu muss man gut marinieren, ich war schon zu oft auwärts essen und die hatten einfach keine Ahnung, was man mit Tofu macht. War einfach fad. Wenn man keine Ahnung hat, einfach Räuchertofu nehmen, sag ich immer, der schmeckt nämlich schon nach was. 🙂

  5. Tofo ist DIE Fleisch/Käse-Alternative, die den übelsten Ruf der Langweiligkeit und Geschmacklosigkeit hat. Räuchertofu hab ich mir trotzdem erschlossen, doch mit der „Natur-.Variante“ tu ich mich immer noch schwer. Während Seitan und Sojafleisch leicht zu aromatisieren sind (mit spektakulären Ergebnissen, die auch Fleisch-Essern schmecken!), kommt mir Tofu als recht „resistent“ gegenüber all diesen Versuchen vor. Dein Beitrag inspiriert mich, dem Tofu nochmal eine Chance zu geben – danke dafür!

    • Unbedingt!! Ich bin SICHER, dir wird Tofu bald ebensogut schmecken wie Seitan und Sojafleisch. Ich habe bisher jeden „Tofu-Hasser“ mit meinen Gerichten überzeugt. Besonders der Tofu aus dem Ofen ist jedesmal ein voller Erfolg.
      In diesem Sinne, viel Freude beim Kochen mit Tofu 🙂

  6. Oh, den Tofu backen? Das muss ich ausprobieren! Wir legen ihn mariniert und in Scheiben oder Würfel geschnitten meist in die Grillpfanne, aber das hört sich toll an und riecht anschließend vielleicht nicht so in der Küche (wir haben keine Dunstabzugshaube).
    Und Tofu-Scramble machen wir auch gerne am WE zum Frühstück, häufig kommt dann am Ende noch ein wenig Seiden-Tofu hinzu, das verleiht dem Ganzen noch mal eine andere Konsistenz!

    • Die Ofenzubereitung ist wirklich um Welten besser als in der Pfanne und vor allem braucht man dann nicht viel bzw. sogar kein Fett 🙂 (Und es riecht auch nicht so doll in der Küche).
      Das ist eine wirklich gute Idee, noch etwas Seidentofu hinzuzugeben! Muss ich mal ausprobieren 🙂

  7. Also ich mag am Liebsten rein pflanzlich panierten Tofu mit Erdäpfel Salat *.* Und aus Seidentofu: Mousse au Chocolat 😉

  8. Bei mir in Österreich ist mir noch nie Tofu untergekommen, der nicht aus biologischer Landwirtschaft stammte. Die no-cheese-pasta-sauce (so wolltest du das Gericht ursprünglich nennen, nicht ? ^^ Ja ja, das gute, alte Denglisch/1:1-Übersetzen) war mir noch unbekannt, die wird auch einmal ausprobiert.

    Wie ich meinen Tofu mag ? Erst einmal nicht zu viel davon (ab 100g aufwärts geht es mit meiner Verdauung abwärts ^^). Als scramble mit Currypulver habe ich ihn am liebsten, dann gibt es auch noch die „Pur-mit-Salz-und-Senf“-Variante und als Mousse mit Kakaopulver.

    Mit Seidentofu würde ich auch gerne einmal arbeiten, aber der ist mir wirklich zu teuer.

    • Besonders die Tofuprodukte in Asia-Läden sind konventionell hergestellt hier.
      Ha, nein, ich wollte es tatsächlich so nennen 🙂
      Mit Senf ist es mein liebster Mitternachtssnack 😉
      Seidentofu hat in D. auch so unterschiedliche Preise… Aber es lohnt sich 🙂
      Und vielleicht hilft Cumin für die Verdauung?!

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