How to: Vegan werden, Teil 5

Beim letzten Mal wurden Tiere in der Entertainment-Industrie thematisiert (auf der Seite sind auch die Links zu den anderen Artikeln dieser Serie zu finden!)

Heute sind wir beim vorletzten Teil der Serie angekommen und zwar beim Thema

KOSMETIK.

Dies ist einer der Punkte, der mir, neben der Ernährung, am allermeisten am Herzen liegen.

Schon lange bevor ich Veganerin war, beschäftigte ich mich mit Tierversuchen, hinterfragte und tauschte fragwürdige Produkte aus.

Häufig wissen wir gar nicht, welche Firmen an Tieren ihre Kosmetika testen, und woher sollten wir auch?

Leider gibt es (noch) kein Gesetz in Deutschland, welches vorschreibt, den Hinweis, ob an Tieren getestet wurde oder nicht, an der Verpackung anzubringen.

Eine Notiz, ob ein Produkt vegan ist oder nicht, findet man auch sehr selten und wenn, dann meist in der Naturkosmetik.

Statt beim Einkauf direkt die benötigten Informationen zu bekommen, schreibt man Firmen an, um diese Information in Erfahrung zu bringen, und wird meist mit schwammigen Antworten abgefertigt, die einen dazu bringen, eine erneute Mail zu schreiben und auf eine aussagekräftige Antwort zu pochen.

Bei meinem Praktikum bei PETA habe ich wahnsinnig viel under-cover Material gesehen, welches zeigte, wie an Tieren getestet wird.

Und auch in meinem Bekanntenkreis habe ich durch einen ehemaligen Laboranten, der Versuche an Tieren durchführte, um Medikamente zu testen, viel erfahren.

Menschen, die an Tieren testen, glauben, sie tun etwas Gutes und hinterfragen gar nicht, was genau sie eigentlich tun.

Ich kann mich gut an ein Video erinnern, in dem an Kaninchen getestet wurde. Dem Kaninchen wurde das Fell geschoren und dann wurde es mit dem Rücken in eine Schale mit Millionen von Mücken gepresst, die das Tier innerhalb von Sekunden jede freie Stelle zugestochen haben. Ich finde das so barbarisch.

Vor allem verstehe ich einfach nicht, wieso an Tieren getestet wird.

Zunächst einmal sind Tiere nicht mit uns und unserer Haut zu vergleichen.

Weiterhin ist die Kosmetik-Branche nicht gerade neu und inzwischen sollte man wissen, welche Inhaltsstoffe unbedenklich sind und welche nicht.

Und als letzten Punkt frage ich mich, warum überhaupt Stoffe eingesetzt werden, die Schäden anrichten könnten.

Warum Aluminium in ein Deo hinzufügen, wenn es auch ohne geht und wesentlich unbedenklicher ist?

Dies ist allerdings meine persönliche Einstellung zu dem Thema, da ich ein absoluter Naturkosmetik-Freund bin. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass meine Haut sehr empfindlich ist und ich gegen ganz viele Stoffe allergisch bin, sondern auch mit Umwelt-Schutz. In meiner Ausbildung zur Hotelfachfrau habe ich über die Zusammensetzung von Putzmitteln und Co. lernen müssen und über die Wirkung von verschiedenen Stoffen. Es ist unglaublich, was alles erlaubt ist. Die Umwelt wird total verpestet und bei Kosmetik sieht es leider nicht anders aus.

Das folgende Video finde ich absolut super gut:

Und dieses etwas moderne Video:

Das letzte Video zeigt die Grausamkeiten. Ich möchte hier nicht alles „verteufeln“. Auch wenn Experimente an Tieren einfach scheußlich sind, so gibt es doch einige Labore, in denen die Tiere etwas normaler behandelt werden. Eine Bekannte von mir testet an der Uni an Mäusen und diese haben Namen und werden, wenn sie nicht unter Narkose operiert werden, enigermaßen anständig gepflegt. Allerdings ist das, was im Video zu sehen ist, die Norm. Und wie ich es schon mehrfach gesagt habe: solche Filme zeigen nur Ausschnitte und meist gar nicht die schlimmsten Szenen. Glaubt mir.

Wer jetzt sagt, dass er trotzdem Pantene oder Aussie Shampoo, Estée Lauder make-up oder Avon Nagellack kauft- eine solche Person verstehe ich nicht.

Wenn man WEISS wie solche Produkte auf den Markt kommen, wie kann man dann noch ein reines Gewissen bei der Benutzung haben?

Es ist mir einfach unerklärlich, auch wenn ich es schon oft selbst gehört habe:

„Das ist auch schlimm, aber Pantene ist das einzige Shampoo, welches mein Haar schön macht“.

„F*** you!“, sage ich da! Ich bin mir 1000%ig sicher, dass es ein viel besseres Shampoo gibt, für das kein Tier leiden musste, wenn man mal richtig sucht und mehr im Sinne vom Wohl der Tiere handelt.

Hier findet ihr die Funktion von PETA, mit der ihr Firmen finden könnt, die bzw. die nicht an Tieren testen.

Pseudoerbse von Blanc et Noir hat dazu eine tolle Liste kreiert, die ständig aktualisiert wird. Generell ist der Blog eine geniale Quelle für vegane Kosmetik.

Für weitere vegane Kosmetikprodukte verweise ich auf den tollen Blog Veggie Love und den Fashion-Blog von derselben Autorin. Franziska stellt hier regelmäßig neue Produkte für Männer und Frauen vor.

Ich hoffe, dass ihr, egal ob vegan oder nicht, das nächste Mal beim Kauf von Kosmetika recherchiert, ob die Firma Tierversuche durchführt oder nicht.

Wie Ingrid im Video gesagt hat: bereits gekaufte „cruelty products“ kann man zurückschicken. Selbst wenn man erst die Produkte aufbraucht, so ist doch das Wichtigste, dass man in Zukunft gute Entscheidungen trifft.

Auch, wenn dies beinhaltet, dass man sich beim Beine-Rasieren fürchterlich ins Schienbein schneidet, weil der nicht getestete Rasierer eeeetwas gröber als der von Gilette ist 😉

Und auch, wenn ihr denkt es bringt, nichts: Beschweren hilft und wenn wir weiterhin darauf pochen, dass Firmen ihre Produkte entsprechend deklarieren, passiert auch etwas. Aber wenn Unternehmen gar nicht wissen, dass wir unglücklich sind, wird sich auch nichts ändern.

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