Praktikum bei PETA

Langzeit-Leser wissen es, im November und Dezember 2011 habe ich ein Praktikum bei PETA in LA gemacht.
Immer wieder bekomme ich Emails zu dem Thema, also kommt hier ein Post dazu.
Wenn ihr Fragen habt, die ich in diesem Eintrag nicht beantworte, lasst sie mich wissen!

Als ich im Rahmen meines Studiums ein Praktikum machen musste, habe ich lange überlegt, wo ich es machen sollte. Ich wollte ein Unternehmen, das meine Werte unterstützt, keine Tierversuche macht oder Produkte verkauft, hinter denen ich nicht stehe. Außerdem wollte ich einen Job, bei dem ich selbstständig arbeiten, viel lernen, mich weiterentwickeln und etwas erleben kann.
Ziemlich schnell habe ich an PETA gedacht, und hatte parallel noch eine Bewerbung bei Greenpeace laufen, wobei ich immer zu PETA wollte (außerdem frage ich mich, warum es bei Greenpeace so verhältnismäßig wenige Veganer gibt und so viele von den Mitgliedern ein Auto haben…).

Ich habe eine neue Seite erstellt, auf der ihr alle Posts zu meinem Praktikum findet.

Bei PETA sind meistens Praktika ausgeschrieben, aber selbst, wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich mich beworben.

Die Bewerbung

Auf der Internetseite findet man alle Informationen rund um das Praktikum und muss auch über die Website die Bewerbung ausfüllen.
Das Ganze ist in 3 Schritte unterteilt:
– Fragebogen Nr. 1
– Fragebogen Nr. 2 (wenn man eine positive Nachricht nach dem 1. Fragebogen erhält)
– Telefoninterview (wenn der 2. Fragebogen als gut bewertet wurde)

Es werden viele Fragen zu einem selbst und zum Thema Veganismus gestellt, aber auch, was man von PETA und speziell von einzelnen Punkten, zum Beispiel Euthanasie, hält.

Wenn man überzeugt ist vom Veganismus, sollte es nicht schwer sein und wie immer ist es auch hier am wichtigsten, dass man ehrlich ist.

Ich habe zum Beispiel in meinem Telefoninterview auf die Frage, was ich mir für die Zukunft im Bezug auf Veganismus wünsche, geantwortet, dass ich hoffe, dass die ganze Welt eines Tages vegan lebt, obwohl ich wusste, dass es total tag-träumerisch rüber kommen kann. (Ich habe allerdings noch 2 Sätze dazu gesagt ;))

Das Praktikum

Ich habe mich für die Location LA entschieden, da ich bisher noch nie an der Westküste war.
Mittlerweile gibt es ein super schönes, super neues Office und LA ist toll für jeden, der etwas von healthy living hält. Yoga-Studios gibt es an jeder Ecke, in den Supermärkten wimmelt es nur so von veganen Produkten und in der Stadt gibt es dermaßen viele vegane Restaurants, dass man sie unmöglich alle ausprobieren kann.
Wie ich in vergangenen Posts schon erwähnt habe, sind die Mitarbeiter bei PETA extrem cool, nett, super hilfsbereit und einfach tolle Menschen.

Ich habe so viel über PETA als Organisation gelernt, ganz viel über Veganismus und Tierrechte erfahren (ich habe mehr Videos gesehen, als mir lieb ist), ich habe aktiv für eine mehr als gute Sache gearbeitet, und insgesamt hatte ich ein super schönes Praktikum und an keinem einziges Tag, habe ich es bereut, zu PETA nach LA gegangen zu sein.

Was man sich klar machen sollte:

Der Job an sich ist nicht „schön“. Mir war vorher nicht bewusst, dass in den Videos „harmlose“ Ausschnitte aus dem undercover Material verwendet wurden, weil sonst überhaupt keiner die Filme gucken könnte.
Ich wusste auch nicht, WIE VIEL ARBEIT hinter allem steckt. PETA hat etliche Departments, Ingrid arbeitet vollste Vollzeit, und die Mitarbeiter investieren so viel Zeit und Herzblut in alles.
Von so vielen Victories bekommt man gar nichts mit, aber die Organisation leistet viel mehr als man denkt.
Aber, wie gesagt, ist es nicht immer leicht. Es gab Tage, an denen ich echt deprimiert war, dass es überhaupt noch Leute gibt, die tierische Produkte benutzen, und ich habe einige Emails an Firmen geschrieben, die Tierversuche durchführen, nachdem mir auf der Arbeit erneut vor Augen geführt wurde, auf welche barbarische Art und Weise Kosmetika und Co. an Tieren getestet werden.
Ich bin ein bisschen zimperlich, und kann auch kein Blut sehen, aber bei PETA war ich gezwungen, mir die Missstände anzuschauen und ich bin ehrlich davon überzeugt, dass es mich zu einer „besseren“ Veganerin gemacht hat.

Ich hatte vorher gesagt, dass ich speziell im Marketing department arbeiten will, insofern weiß ich nicht, inwieweit meine Arbeit von normaler Praktikumsarbeit abwich.

Es gibt von allem etwas, über die Projekte selbst darf ich aber nichts sagen.

Ich hatte das Glück, dass ich nicht nur in LA sein durfte, sondern auch mit dem peta2 Team auf Outreach-Tour gegangen bin und auch diese Erfahrung war einmalig.

Fazit

Es hat mir unglaublich gut gefallen und kann ein Praktikum bei PETA nur jedem empfehlen, der mehr über die Organisation, über Tierrechte und über Veganismus erfahren möchte.

Wie oben erwähnt, muss man wirklich überzeugt sein von allem, aber dann lohnt sich der Einsatz!

Advertisements

19 Kommentare zu “Praktikum bei PETA

  1. Danke, dass du dir die Zeit für solche Fragen nimmst 🙂
    Mich interessiert am meisten eher die Randbedingungen, speziell was die sprachliche Barriere angeht. Ich geh mal davon aus, dass du sehr gut Englisch sprechen kannst, aber was für ein Niveau wird da mindestens vorausgesetzt? Ich arbeite momentan neben dem Studium daran meine Sprachkenntnisse aufzubessern, bevor ich derartige Auslandsaufenthalte in Angriff nehme, weil es sonst wahrscheinlich gar keinen Sinn machen würde..^^

    • Gerne 🙂
      Man soll schon sehr gut Englisch sprechen können, aber sie telefonieren ja auch mit einem und können dann beurteilen, ob es ausreicht oder nicht. Da ich fließend Englisch spreche, musste ich mir glücklicherweise keine Sorgen machen 🙂
      Ich kann dein Englisch nicht beurteilen leider, aber vielleicht hast du ja ein Zertifikat, welches dein Level einstuft?
      LG

  2. Hast du das Praktikum in den Semesterferien gemacht oder wann?
    Das klingt nämlich echt ganz gut!
    Wie bist du denn auf LA gekommen? Warst du zu der Zeit eh schon in Amerika oder bist du extra für das Praktikum die 2 Monate hingeflogen? Und wo hast du gewohnt?
    Lg Chrissy

    • Nein, das Praktikum war Teil meines Studiums und gehörte zum Auslandssemester.
      Ich bin speziell für das Praktikum hin und eben nach LA, weil ich noch nie dort war und dachte, es wäre ein gutes Abenteuer!
      Gewohnt habe ich in einer WG, die ich über Air Bed&Breakfast gefunden habe und mit der Mitbewohnerin bin ich nun befreundet 🙂

      • Ich dachte mehr in die Richtung, ~erschwinglich/angekommen für die breite Masse, wegen „healthy-living“ in LA, z.B. gibt es ein gutes Äquivalent für eine Cheeseburger, Preis-Leistungs mäßig?

        Frag auch, weil ich hier oft nur die (vegetarische, vegan überhaupt nicht)Wahl zwischen Käsebrötchen und den Mäkkes-Burger habe für kurzes Zwischendurch.

        Im verhältnis zu Fleischhaftigem ist die Auswahl 1:20, oder so

      • wo lebst du denn??
        Wenn du vegan essen willst, dann kannst du dir ja immer noch etwas mitnehmen.
        Da ich selber keine typischen „Ersatz“-Produkte wie Burger esse, kann ich deine Frage nicht wirklich beantworten.
        Aber wie gesagt fand ich das Essen im Vergleich zu Deutschland günstig.

      • Ein Burger hat ~300kcal und wird wohl was um die 1,50 $ kosten, denk ich mal.

        Mir ging es darum, wie weit die „healthy-Living“ ideologie in LA verbreitet ist, nur auf einen begüterten, elitäreren Kreis beschränkt, du hast so von veganen Produkten in Supermärkten und Restaurants geschwärmt, da kam mir der Eindruck Veganismus wäre weit verbreitet, wofür veganes fast-Food ein Zeichen gewesen wäre

      • es gibt super viel veganes Fast Food in LA, aber das esse ich nicht, insofern kann ich dir nicht wirklich etwas dazu sagen.
        Ich finde den Teil „healthy“ an „healthy living“ gut, und für mich zählen Burger&Co. nicht dazu.
        Du kannst mal googlen, dann findest du bestimmt eine befriedigende Antwort, oder direkt mal bei z.B. Veggie-Grill nachschauen, die haben diverse vegane Burger.

      • der billigste 8 $ die meisten 9; 6- 6,50€, könnt schlimmer sein, aber doch noch gehoben.
        Ob wohl absichtlich ein edler, besonderer Nimbus um veganes Essen erhalten werden soll, lieber etwas teurer für mehr chic´?

        Wär schön, wenn hier jemand erwas ähnliches aufziehgen würde, das einzige was in der Richtung kommt, sind die Bio-Supermärkte, die aber stark und sehr eindeutig mit einem „besseren“ Lebensstil verknüpft.
        Ist mir in meinem ganzen Leben noch nie passiert, nur einmal neulich in einem Bio-Markt, wurd ich etwas komisch angekuckt und ein „Hier kaufen anständige Leute.“ in den Raum geworfen.

        Komisch im Grunde, man will das die Welt besser wird und beschränkt sich dabei auf einen kleinen Kreis.

        Danke nochmal

        Gruß

      • Ehrlich gesagt- ich weiß nicht so ganz genau, worauf du hinauswillst und wofür du die Kommentarfunktion hier benutzen willst? Ich verstehe nicht so ganz, weshalb du das mit LA wissen wolltest.

      • Das Thema hat mich interessiert.

        Die Gedanken daran fand ich wissenswert, ich wollte dich nicht angreifen oder ähnliches.

      • Ob der Veganismus fähig wäre, sich zu einer breiten gesellschaftlichen Basis entwickeln zu können.

  3. Wir sind doch hier bei Wünsch dir was, oder? 🙂
    Ich hätte gerne einen Post über Geld- und Vorratsmanagement, denn ehrlich: Wie finanzierst du deinen Lifestyle?
    Wieviel gibst du so für Lebensmittel aus?

  4. Ich weiß nicht, aber LA, London, viele neue Dinge, ausgefallene Lebensmittel..
    Und dann der Umzug. Irgendwie habe ich immer das Gefühl, das müsste alles sehr kostspielig sein..
    Danke, dass du einen Post schreibst 🙂

    • du als Leser bekommst eben nur einen Teil mit, da ist es schwer, sich ein Bild zu machen, denn ich lebe definitiv kein Jetsetter-Leben und konsumiere auch keine ausgefallenen Lebensmittel 😉

Fragen? Anregungen? Wünsche? Oder einfach nur ein "Hallo"?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s