Wie sich Geschmäcker verändern.

Sicher kennt ihr das: euch hat etwas als Kind nicht geschmeckt und es wurde euch ständig neu angeboten, in der Hoffnung, dass sich euer Geschmack doch noch ändert.

Es gibt Ausnahmen. Bei mir zum Beispiel waren das Eier, Rindfleisch, Blumenkohl und gaaaaaaaaaanz vorne mit dabei: Pilze. Diese Lebensmittel habe ich einfach noch nie gemocht und hasse Pilze jetzt genauso wie mit 4 Jahren. Der Geruch, die Textur und der Geschmack… nee, ehrlich. Das geht gar nicht. Ich habe mal in einem asiatischen Restaurant aus Versehen auf einen Pilz gebissen und ihn im Ganzen runtergeschluckt, damit ich ja nichts schmecken musste. Ekelhaft. Zumindest für meinen Geschmack.

Allerdings muss ich feststellen, dass sich mein Geschmack über die Jahre sehr verändert hat.

Ich war früher so ein Mäkelkind, es war schlimm. Brokkoli, Zucchini, Blumenkohl, Pilze, Spinat, Bohnen… um nur ein paar Lebensmittel zu nennen. Einfach jeder meinte, ich sei die schlimmste Vegetarierin überhaupt, weil ich so viele Gemüsesorten nicht mochte.

Seit 2 Jahren esse ich auf einmal Zucchini (aber nur, wenn sie nicht total weich gegart ist), Bohnen mag ich total gerne und seit letztem Jahr mag ich sogar Brokkoli, was einer Sensation gleicht!

Rosinen sind so ein weiterer Fall. Ich habe sie jahrzehntelang verstoßen. Zwar kann ich sie jetzt pur immer noch nicht sehr gut leiden, aber als Süßstoff sind sie toll.

Jedenfalls merke ich besonders bei mir, wie sich mein Geschmack verändert und finde das wirklich erstaunlich.
Ich denke schon, dass man mit bestimmten Vorlieben auf die Welt kommt (ich habe das Gefühl, ich habe ganz viele Vorlieben von meinem Vater geerbt: die Liebe für Tomatensaft, die Präferenz von sauren Cocktails, und das Bevorzugen von Herzhaftem allgemein).  Und beispielsweise beim Koriander wird ja gesagt, dass einige Menschen ein Gen haben, was dazu führt, dass er wie Seife schmeckt. Ich habe dieses Gen NICHT 😉 Aber ich bin sicher, dass man mit ein bisschen Geduld und verschiedenen Kochmethoden so einiges verändern kann. Wie gesagt, wenn bestimmtes Gemüse zu weich gegart ist, hat es bei mir einfach keine Chance.

Wie ist das bei euch? Gibt es heute ein Lebensmittel, ohne das ihr nicht leben könnt, welches ihr als Kind gehasst habt? Oder umgekehrt? Ich bin wirklich gespannt auf Eure Erfahrungen!

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9 Kommentare zu “Wie sich Geschmäcker verändern.

  1. Ich finde Koriander immer noch widerlich – hab wohl das Seifengen 😉 Ansonsten mochte ich als Kind keine weichgekochten Eier, alles musste hart, fast schon grün sein. Aufgeweicht hab ich dann alles mit einem Butterklotz 😉 Heute ist es genau umgekehrt, mit einem festen Omelette kannst du mich jagen… Dafür mochte ich als Kind kein fettiges Fleisch, mir wurde richtig schlecht davon. In letzter Zeit versuche ich es ja vegetarisch, aber würde ich momentan Fleisch essen, ich würde die geschmackvolleren, fetteren Sorten (Rind, Hühnerkeulen, Schweinebauch) den geschmacksneutralen (Pute, Hühnerbrust) vorziehen.
    Im Allgemeinen habe ich früher mildere Lebensmittel bevorzugt, wie z.B. milden Käse, süßes Joghurt, süße Früchte, süßes Gemüse wie Erbsen etc. Dafür mochte ich als Kind nur die ganz festen, noch unreifen Kiwis. IGITT! Geschmäcker verändern sich wirklich, zum Glück!

    Oh, Oliven mag ich immer noch nicht 😉

    Liebe Grüße
    Nadja

  2. Ich mag kein Koriandergrün *spuck*. Als Kind mochte ich keinen Sellerie, den liebe ich jetzt. Was sich nicht geändert hat, ist die Abneigung gegen bittere Gemüse, allerdings esse ich sie jetzt, wenn sie mir vorgesetzt werden. Selbst zubereiten würde ich sie nicht. Ich mag keine Petersilie und manche andere Kräuter nur in geringen Dosen, das war als Kind wahrscheinlich auch schon so, ist bloß nicht aufgefallen, weil es Kräuter bei uns nicht gab.

    Grüße
    Ute

  3. mein lieblingsessen war schnitzel mit pommes. und ich habe tomaten, jegliches obst, gurken, auberginen, zucchini, rosenkohl und wirsing rigoros abgelehnt (wurde aber trotzdem gezzwungen es zu essen). heute ist das zum glück anders, ich bin regelrechter gemüsejunkie geworden. ich probier auch gern neues aus, früher war ich da voll der typ „was der bauer nicht kennt frisst er nicht“.

  4. Bei mir haben sich meine Geschmäcker auch sehr geändert, allerdings führe ich das weniger darauf zurück, dass sich irgendwie alterstechnisch etwas geändert hat, sondern ganz allein dadurch, dass ich mich jetzt vegan ernähre:
    Ich glaube wirklich, dass ich durch dieses ganze tierische Eiweiß, vor allem Milchprodukte, die ich vorher in mich „reingestopft“ habe, meine Geschmacksnerven ziemlich betäubt habe.
    In den ca. 3 Jahren, die ich nun vegan lebe, hat sich geschmackstechnisch so viel bei mir geändert, dass ich inzwischen eigentlich obst- und gemüsetechnisch alles mag. Rosenkohl fand ich früher z.B. total ekelhaft, inzwischen finde ich ihn superlecker! Fenchel war für mich einfach nur widerlich und hat mich an den Fencheltee erinnert, den man trinken musste, wenn man krank war. Heute liebe ich Fenchel, vor allem, wenn er aus dem Backofen oder der Pfanne kommt und vorher in Balsamicoessig blanchiert wurde! ♥ Und solche Beispiele habe ich noch viele, aber ich will mal den Rahmen hier nicht sprengen..! 😉
    Viele Grüße,
    Greensoul

    • Hallo Greensoul,

      Mir geht es genauso. Rosenkohl (hier Kohlsprossen genannt) mag ich auch total gerne, früher mochte ich die gar nicht. Auch Fenchel find ich mittlerweile total lecker! Allerdings hat das bei mir nix mit veganer Ernährung zu tun, da ich vegetarisch lebe. Ich muss aber zugeben, dass ich, seit ich mich mit anderen Ernährungsformen beschäftige, meine Geschmacksknospen auch auf andere Sachen gebracht habe 😉

      Liebe Grüße
      Nadja

  5. Rosenkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Vollkorn an sich (Reis, Pasta), und vieles mehr – als Kind gehasst, heute geliebt. Gerne auch roh (das Gemüse). Und Schoki musste natürlich immer nur Vollmilch sein, dunkle Schokolade ging gar nicht. Heute ist mir die helle Reismilchschokolade viel zu süß.
    Allen, die noch nicht von Rosenkohl überzeugt sind kann ich übrigens Michaelas „American Brussel Sprouts“ hier auf dem Blog empfehlen! Viele Grüße, Katrin

  6. Ich habe mir erst letztens darüber Gedanken gemacht, da ich auf einmal viele Dinge mag, die ich früher nicht ausstehen konnte. So mag ich jetzt wie verrückt Avocado und auch Spargel esse ich gerne. Bananen habe ich ca 8-9 Jahre lang nicht gegessen, und jetzt vergeht fast kein Tag an dem ich keine Esse!
    Als Kind habe ich nie Schokolade gemocht. Dann erst weiße und jetzt vor allem die dunkle.
    Ich weiß nicht womit das zutun hat. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es was mit dem Unterbewusstsein zutun hat. Dass verschieden Erlebnisse und Erfahrungen mit bestimmten Geschmäckern in Verbindung gebracht werden. Aber wer weiß 🙂
    Ich find es ziemlich aufregend, wenn man etwas neues für sich entdecken kann und auf einmal etwas schmeckt, was man sonst nicht mal riechen konnte.

  7. Vielleicht sollte ich mir ein weiteres Mal eine Scheibe von dir abschneiden (im bildhaftem Sinne, natürlich ^^). Die Interaktivität, die du in deinen Blog einbringst, hält sicher siche deiner Leser bei Laune 🙂 So, wie auch mich.

    Folgende Dinge habe ich früher gehasst und mag sie jetzt, würde sie aber teilweise NIE essen, weil sie ja nicht vegan sind 😉

    Liste Anfang

    Camenbert, Stinkekäse, Lachs, Mais, Kaffee, dunkle Schokolade 80%+, Grapefruits, Zitronen, Oliven, Pfeffer, Knoblauch, Chili, Currypulver

    Liste Ende

    Spannend, nicht ?

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