Vegan in Asien: Kambodscha

Ich liebe asiatisches Essen und obwohl ich mich gefreut habe, auf Reisen die lokalen Gerichte probieren zu koennen, so war ich mir doch auch bewusst, dass der Fokus klar auf Fleisch – und Fischgerichten liegt und Fischsauce Bestandteil vieler Mahlzeiten ist.

Dennoch war ich ueberzeugt, dass es ok sein wuerde, mich weiterhin vegan zu ernaehren – auch wenn ich oft auf Reis mit Gemuese zurueckgreifen wuerde und es mit der Kommunikation Schwierigkeiten geben koennte.

Als Vorbereitung habe ich mir Karten ausgedruckt (Foto bei Facebook), die mit Bildern zeigen, was ich nicht esse.

Nach 5 Tagen, in denen ich total einfach und super lecker vegan in Bangkok leben konnte, hat mich in Kambodscha das totale Gegenteil erwartet.

Am ersten Abend, nach einer langen Reise mit Abzocke, einem Fake Grenzuebergang, etc. sind wir endlich in Siem Reap angekommen und ich habe absolut NICHTS veganes gefunden.

Alle Fruchtshakes waren mit Milch, an Foodstalls gab es Instant Noodles, die aus Eiern hergestellt waren und zudem mit Glutamat, Zucker und Fischsauce gewuerzt wurden. An keinem Stand habe ich etwas ausser Fisch, Fleisch oder Eiernudeln gefunden, und habe dann eine Mango zum Dinner gegessen.

Am naechsten Morgen ging es aehnlich weiter, doch dann habe ich Oreos und Nuesse im Supermarkt gefunden und normale Chips (aufpassen – meist sind hier die einfachen Chips mit einer Mischung aus Glutamat und Milchpulver gewuerzt), sodass ich wenigstens etwas essen konnte.

Spaeter, als wir die Stadt weiter erkundet haben, sind wir an einem vegetarischen Restaurant , Chamkar, vorbei und haben auch Fruitshake-Stalls gefunden, die wirklich nur Fruechte und keine Milch verwenden.

An einem der Strassenfood-Staende konnte ich dann, weil ich in der Kueche stand, erklaeren, was ich haben konnte und habe dann Reisnudeln mit Gemuese bekommen und dann selber mit Chilli und Salz gewuerzt (Sojasauce gab es nicht).

Wenn man mit jemanden reist, der auch vegan lebt, kann man die Ausfluege und Unternehmungen entsprechend planen, aber meine Freundin isst alles und war auf der Suche nach den ausgefallensten Sachen und ich habe oft Kompromisse gemacht, damit wir zusammen Zeit verbringen konnten.

Generell ist das Essen in Kambodscha echt nicht gut. An einfach alles kommt Glutamat und Fischsauce, frische Kraeuter und Gewuerze werden kaum verwendet, sodass die meisten Gerichte einfach total fad schmecken.

Ich hatte ganze 3 lecker Gerichte in meinen knapp 4 Wochen in Kambodscha:

1. Vegetable Amok (ich hoffe nur, die Currypaste enthielt keine Shrimppaste). Gegessen im Center Cafe in Battambang (sehr schoener Ort!).

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2. Cambodian Curry mit Kokosmilch. Gegessen im Rise Otres, meinem Hotel in Sihanoukville (unfassbar schoener Strand).

3. Spicy Vegetables mit Peanuts. Gegessen: siehe 2.

Bis auf diese 3 Gerichte, die ich in 2 Orten hatte, habe ich fast nur Reis und gedaempftes Gemuese gegessen.

Sonderbar fand ich auch, dass es kaum Tofu gab und Sojamilch war ebenfalls schwer erhaeltlich – meist ist in der Sojamilch auch Laktose oder andere Milchbestandteile erhalten. Warum, ist mir ein Raetsel.

Ich war in so vielen Orten, und habe lediglich in Kratie und Phnom Penh Tofu auf Speisekarten gesehen.

Und jetzt aber zum eigentlichen Problem: die Leute in Kambodscha verstehen das Konzept vom Vegetarismus nicht. Und genau deshalb ist es auch so ultra schwer, dort vegane Mahlzeiten zu bekommen.

Gerichte, die Fischsauce und Eiernudeln enthalten, gelten als vegan. Suppen, die mit Fleischbruehe zubereitet werden, sind vegetarisch.

Trotz meinen Karten und Bemuehungen konnte ich selten mitteilen, was ich wollte (auch Woerter in Khmer haben nicht geholfen) und bin so oft vom Restaurant wieder weggegangen.

Kaum spricht jemand Englisch und wenn, dann laufen die Dialoge oft wie folgt ab:

Me: Do you speak English?

Waiter: Yes, I speak English.

Me: So the noodle dish, are you using egg or rice noodles?

Waiter: Yes.

Me: What noodles are you using?

Waiter: Yes, noodles.

Me: Yes, but what KIND of noodles?

Waiter: Noodles.

Me: Yes, noodles. Noodle dish. Are those rice noodles?

Waiter: Yes.

Me: So no egg noodles?

Waiter: Yes, egg noodles.

Me: What are the noodles made of?

Waiter: No English.

Me: Ok, no noodles. Steamed rice, please.

Kambodscha war eh nicht so mein Land, aber das war teilweise schon nervig, weil ich einfach fast immer Hunger hatte und total abgenommen habe.

Wenn man entsprechend plant, kann man bestimmt viel Veganes finden, aber wenn man so flexibel wie wir reist, ist es sehr schwer.

Meine Tips:

  • in jeder Stadt vor Ankunft nach veganen/vegetarischen Restaurants schauen
  • es nicht so eng sehen, weil man auf jeden Fall nicht-vegane Gerichte bekommt (ich hatte zB was mit Fischsauce, Fleischstuecke im Essen, Milch im Shake, Butter auf dem Toast, Milch im Baguette, etc. pp.) Ausserdem werden oft die Pfannen zwischen den Gerichten nicht gesauebert, weswegen ich auch oft Fleisch bei mir hatte.
  • lernen, wie man ’steamed rice with vegetables‘ auf Khmer sagt.
  • selber wuerzen. Ueberall gibt es Chillisauce, Ketchup und auch meistens Salz, Pfeffer und Zucker, sodass man prima selbst wuerzen kann und so nicht Gefahr laeuft, etwas mit Fischsauce zu bekommen.
  • Snacks kaufen, wenn man dazu die Gelegenheit hat. Das heisst, schoen aufstocken. Nicht 1 Packung Trockenobst, sondern 3, denn es kann sein, dass die naechste Moeglichkeit weit weg ist.
  • Emergency Vorraete mitnehmen. Ich habe ca. 16 Riegel und noch paar Kleinigkeiten (wie eine Instant vegan miso soup) mitgenommen und habe immer noch 2 Riegel und die Suppe, die ich fuer absolute Notfaelle aufhebe.
  • nicht mit dem Essen warten, wenn man schon mega hungrig ist. Denn hungrig und frustriert zu sein, macht einfach keinen Spass.
  • der Bedienung mitteilen, dass man keine Fischsauce will, weil sie sonst an einfach alle Gerichte kommt.

Kambodscha hat trotz allem auch ganz tolle Seiten und ich hatte viele gute Tage!

Spoiler: In Vietnam lebt es sich unfassbar gut als Veganerin 🙂

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Ein Kommentar zu “Vegan in Asien: Kambodscha

  1. Pingback: Vegan in Asien: Singapur | Aber bitte mit Sojamilch!

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