Intuitiv Kochen

Es überrascht mich immer wieder, wenn ich nach ganz genauen Anleitungen für ein Rezept gefragt werde.

Von wie viel Salz, über die exakte Wassermenge, bis zur auf die exakte Gradzahl übereinstimmende Gar-Temperatur im Ofen.

So viele Leute können nicht kochen und teilweise ist es mir schleierhaft.

Eine meiner Mitbewohnerinnen hat mal einen Nudel-Auflauf gemacht ohne die Nudeln vorher zu kochen. Bedeckt wurden sie mit super wenig Sauce und meine Einwände, so würde es nicht gar werden, wurden ignoriert. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass die Pasta steinhart war?!

Jedenfalls hatte ich in der Vergangenheit einige Mitbewohner, die absolut nicht kochen konnten, bzw. für die ein Ei braten der Inbegriff für „Kochen“ war.

Ich finde es einfach traurig und frage mich, wie solche Leute aufgewachsen sind?

Wie ich schon gesagt habe, bin ich mit selbstgemachten Gerichten aufgewachsen. Schon als Baby war ich in der Küche dabei, als Kleinkind hatte meine Mama mich auf der Hüfte und ich habe schon Saucen gerührt, bevor ich bis 100 zählen konnte. Meinen Eltern war es wichtig, dass wir viele verschiedene Aromen, Gemüse und Gewürze kennen lernen.

Wenn ich mir anhöre, wie andere, die eben nicht so prima kochen können, aufgewachsen sind, kann ich mir nur an den Kopf fassen. Tütensuppen, Tütensaucen, Tütengewürze, Puddingpulver, fertige Backmischungen… und habe ich schon Tütenfutter erwähnt?!

Jeder soll selbst entscheiden, was er isst, aber ich finde es den Kindern gegenüber ziemilch unfair, wenn man nie frisch kocht und die Kinder dann später nicht kochen können bzw. auch keine Zutaten erkennen.

Im Zuge meiner Hotelfach-Ausbildung hatte ich Warenkunde und ihr glaubt gar nicht, welche Probleme dort auftraten! Da wurde teilweise noch nicht einmal frische Petersilie erkannt.

Und auch letztens auf Arbeit wurde ich gefragt, welche Nüsse/Saaten wir hätten. „Das sind Pinienkerne. Und das sind Kürbiskerne. Das sind Pistazien.“ Vielleicht bin ich auch „überempfindlich“, aber ich kann wirklich nicht verstehen, wie man ein solches Unwissen über Lebensmittel haben kann.

Oder eine Bekannte meinte, sie würde komplett auf Kohlenhydrate verzichten. Sie isst aber Marmelade mit Zucker. Hm.

Ich finde es wirklich schlimm.

In der Schule hatte ich 1 Jahr Hauswirtschaftsunterricht (statt Mathe-Naturwissenschaften…) und ich habe wirklich einiges gelernt.

Ich würde mich wünschen, dass so ein Fach an jeder Schule Pflicht wird. Alle Kinder sollten das Recht haben, etwas über (gesunde) Ernährung zu lernen und erste Koch-Erfahrungen sammeln.

Viele sind sich einfach nicht bewusst, dass sie keine Ahnung von Ernährung haben und solchen Leute sollte man helfen.

Und um jetzt mal zum Titel dieses Posts zu kommen: wer früh anfängt, mit Zutaten zu experimentieren und zu kochen, der entwickelt ein „intuitives Kochgefühl“.

Wenn ich Rezepte kreiere, messe ich nie ab. Das mache ich immer nur zum Schluss für euch. Ich werfe Dinge zusammen, kombiniere und die Resultate überzeugen. Ich weiß einfach, was passt und was nicht und probiere ganz viel aus.

Man muss sich nur trauen und ich persönlich finde es super inspirierend, Blogs zu lesen oder Kochshows zu schauen (müssen nicht vegan sein). Hauptsache, man steht am Herd bzw. in der Küche und kocht 🙂

Vieles hat auch mit einem gesunden Menschenverstand zu tun, wie das Nudel-Beispiel von oben. Wenn man sich manchmal einfach nur überlegt, wie man eine Sauce machen könnte, bekommt man bestimmt ein leckeres Ergebnis, als wenn man direkt zu einem Pulver greift.

Also, wagt euch in die Küche, es kann nicht mehr als schiefgehen 😉

Und nochmal: ich will hier niemanden angreifen, aber ich finde es traurig, wenn Leute nicht kochen können und so ihre Kinder erziehen.

Veganer Wein (Tipps erwünscht!)

Leider werden alkoholische Getränke sehr häufig mit Gelatine geklärt, vor allem Cider und Rotwein sind betroffen.
Ich trinke Wein super gerne (besonders gerne mag ich Merlot, Riesling und Gewürztraminer) und habe bei den Weingütern, von denen ich bisher Wein bezogen habe, mal nachgefragt, welche Produkte vegan sind.

Könnt ihr euch vorstellen, dass ich bis dato von KEINEM EINZIGEN Weingut eine Antwort erhalten habe??? Ich finde es wirklich unfassbar.
Im Ausland würde einem das nie passieren.

Da ich aber wissen will, ob meine Präferenzen nun vegan sind oder nicht, werde ich die Weingüter direkt anrufen und, falls ich dann eine Antwort bekomme, diese direkt an euch weiterleiten.

Wenn ihr bereits von einigen Weinen wisst, dass sie vegan sind, könnt ihr diese gerne in den Kommentaren verlinken- ich würde gerne eine Weinliste zusammenstellen!

Danke!

Und das habe ich gestern in der Zeitung gelesen, es stand direkt auf dem Titelblatt:

Das ist doch kaum zu glauben!! Kein Wunder, dass die Zustände, unter denen Milch und Butter hergestellt werden, so schlimm sind, wenn die Preise ständig fallen!

Ich finde es wirklich unfassbar.

Bauern haben es, das weiß ich, wirklich schwer, aber bei so etwas hilft doch nur noch ein landesweiter Streik und Konsumenten, die nach Qualität fragen.

Warum werden Fische nicht als Lebewesen gesehen?

Diese Frage stellte ich mir heute an der Uni.

Eine Kommilitonin hat mit mir über meine Beweggründe geredet, vegan zu leben. Sie konnte absolut nicht verstehen, warum ich so denke, wie ich es tue, warum ich der Meinung bin, dass die Kühe es nicht so geil finden, permanent besamt, von den Kälbern getrennt und gemolken zu werden, etc.

Das Beste kam allerdings, als sie meinte, Fisch sei ja absolut in Ordnung. Schließlich sei es Fisch. Ich wusste erst gar nicht, wie ich reagieren sollte und fragte nur, warum sie das denken würde. Antwort: „weil es Fisch ist!“. Ich: „aber meinst du, ein Fisch fühlt nichts?“ Sie: „genau, ein Fisch fühlt nichts. Er ist eben ein Fisch.“.

Wir haben dann ein bisschen diskutiert und ich habe sie gefragt, warum sie das denken würde. Für mich macht das keinen Sinn. Jedes Tier besteht doch aus Sinnesorganen, Haut, usw. – da kann es doch gar nicht anders sein, als dass jedes Tier fühlt oder nicht?

Wie gesagt, für mich macht es KEINEN Sinn, dass eine Spezies weniger fühlt als andere. Und ich bin erschüttert, wenn mir jemand mit so einem „Argument“ kommt, ehrlich.

Ich habe dann gesagt, sie solle sich mal vorstellen, im Meer zu leben, immer schön im Wasser, in einem geschützten Raum… und dann wird sie an einem Haken rausgezogen. Und liegt an der Luft. Kein Wasser. Kein geschützter Raum. Keine vertraute Umgebung. Fände sie das toll? NEIN. Fände sie nicht. Aber der Fisch. Anscheinend. Wenn es nach ihr ginge.

Weil sie ist nicht überzeugt, dass ein Fisch etwas fühlen kann.

Hummer lieben es übrigens, wenn man sie in einem Topf in Wasser kocht.

Oder vielleicht auch nicht, weil Hummer fühlen ja nicht, also können wir nicht wissen, ob sie es lieben oder nicht.

Seufz.

Meine Kommilitonin (die abgesehen von diesen Aussagen nett ist) meinte dann noch, als ich sie fragte, ob der Pelzkragen an ihrer (LEDER!-) Jacke echt sei, dass sie es nicht wisse, aber selbst wenn: Pelz ist in Ordnung, weil die Tiere werden extra für den Pelz gezüchtet und werden ja nicht gequält.

Es kann sein, dass sie sich nach dieser Ansage einen Monolog über Pelzfarmen anhören musste!

Chinese Fur Trade Exposed, sage ich nur. Ein Video von vielen über die üblen Methoden der Pelzfarm-Betreiber.

Sie wollte nicht glauben, dass den Tieren auf solchen Pelzfarmen die Schädel eingeschlagen werden, sie anal Stromschläge eingeführt bekommen, lebendig gehäutet werden und zuvor in den miserablen Zuständen überhaupt leben.

ABER: ich habe es versucht, und trotz ihrem Unverständnis bin ich sicher, dass sie bei nächsten Mal an mich oder zumindest an meinen „Fuck Fur“ Sticker auf meinem Kalender denkt.

Und ich hoffe, dass, wenn sie irgendwann mal einen Delphin sieht, und sich denkt, dass dieser sehr wohl Gefühle hat, sie dann ebenfalls denkt, dass es keinen Unterschied macht, ob es eine Makrele oder ein Delphin ist. Wir alle sind Lebewesen mit Gefühlen. Amen.

Wie vegan bist du?

Bevor es zur Frage von oben geht, hier ein Link zu einem Artikel über Veganismus, den ich für lifestyle4us geschrieben habe! Was haltet ihr davon?

Jetzt weiter im Programm!

„Wie vegan bist du?“

Diese Frage wurde mir gestellt, als ich mich vor 4 Wochen fürs London Vegan meetup angemeldet hatte, um an einem Treffen teilzunehmen.

Und obwohl ich finde, dass man klar differenzieren muss (beispielsweise sind Leute, die zwar kein Fleisch, aber Fisch essen, keine Vegetarier, sondern Pescetarier und jemand, der Honig isst und Seidenschals trägt, kein Veganer), bin ich der Meinung, dass solche Diskussionen einfach unglaublich verkrampft sind.

Jeder sollte das tun, was er mag, ohne von anderen verurteilt zu werden.

Wie oft liest oder hört man, dass jemand einen auf den Deckel bekommt, weil er doch tatsächlich einen Kaugummi gegessen hat, der nicht vegan war.

Ich bin der Meinung, dass es nahezu unmöglich ist, zu 100% vegan zu leben. In den meisten Produkten können Spuren von Milch und Co. vorhanden sein; wenn wir eingeladen sind, trinken wir manchmal Wein mit, obwohl wir nicht wissen, ob der auch wirklich vegan ist; in Thai-Restaurants ist Fisch-Sauce in Gerichten versteckt; ein Paar Synthetik-Schuhe enthält tierischen Kleber… die Oma hat extra sonntags für uns gekocht und ins Dressing Honig gegeben; der Freund macht Pizza und der Thunfisch kommt auf „unsere“ vegane Hälfte…

Der Kakao ist mal nicht fair trade; die Bauwolltragetasche wurde zuhause vergessen und stattdessen musste eine Plastiktüte im Supermarkt herhalten; statt Tierrechte via social media Kanälen zu promoten werden sinnlose Videos auf YouTube geschaut, welche NICHT die Welt retten…

Aber was ist so schlimm daran?!

Niemand ist Rechenschaft schuldig für das, was er tut.

Wir sind freie Menschen und gerade bei Veganern sind die meisten sehr bemüht, „richtige“ Entscheidungen zu treffen.

Im klassischen Sinne ist ein Veganer ein Mensch, der sich komplett pflanzlich ernährt, und einfach nichts verwendet, was von Tieren produziert wurde. Dies schließt Leder-Schuhe ebenso ein wie Allergiker-Mittel mit Bienen-Pollen.

Aber wie ich eben schon erwähnt habe, ist es einfach schwer, bei allem hinterher zu sein. Mir persönlich sind Medikamente extrem wichtig und ich nehme nichts, was nicht vegan ist (auch kein homöopathisches Mittel wie Sepia oder Apis) und kaufe alternative Produkte, die ohne Tierversuche hergestellt wurden. Teilweise gibt es Drogerie-Eigenmarken, die nicht an Tieren testen lassen- ganz im Gegensatz zu großen Pharma-Unternehmen.

In den USA habe ich mir einmal ein Sandwich bei Subway gekauft und die Frau vor mir hat eines mit Fleisch und Käse bestellt. Die Angestellte hatte Gummi-Handschuhe an und hat mit diesen sowohl das Fleisch und den Käse, als auch MEIN Brötchen angefasst. Obwohl ich sonst versuche, keinen Aufstand zu machen, fand ich das mega eklig und habe gefragt, ob sie sich neue Handschuhe anziehen könne und mir ein neues Brot geben würde. Ja, ich kann auch anders 😉

An diesem Beispiel sieht man aber, wie kleinkariert man werden kann.

Worauf ich aber hinaus will: jeder sollte für sich entscheiden, wo er Grenzen zieht. Nur weil jemand in einem Restaurant etwas mit Milchprodukten isst, weil nicht wirklich etwas anderes da ist, bedeutet das nicht, dass die besagte Person keine Veganerin ist. Dies ist jedenfalls meine Meinung.
Für viele bedeutet Veganismus eine pflanzliche Ernährung und schließt andere Produkte nicht mit ein. Für andere hingegen bedeutet es die Lebensweise (z.B. für mich).

Auch wenn ich selber keine Lederschuhe oder Woll-Socken kaufe, weder Honig esse (der hat mir noch nie geschmeckt), noch Gelatine-verpackte Medikamente zu mir nehme, so brauche ich doch beispielsweise noch meine Handsalve mit Bienenwachs auf und finde absolut nichts Verwerfliches daran.

Wir sollten einfach freundlicher miteinander umgehen, wenn es um solche Dinge geht. Ich ertappe mich zwar selbst dabei, wie ich sage, dass ich früher ja „nur“ Vegetarierin war, aber ich finde diesen Ausdruck unglaublich ätzend.

Kinder, machen wir uns nicht gegenseitig fertig!

Veganer sind absolut keine besseren Menschen, auch wenn sie manchmal bessere Entscheidungen als andere Leute treffen.

Bei PETA habe ich viele wirklich extrem eingestellte Leute kennengelernt, die mit Fleischessen nichts zu tun haben wollen und den Missionspfad überhaupt nicht mehr verlassen. Es ist prima, dass diese Leute ihr Leben so leben, wie sie es wollen, aber wir sollten uns 1. nicht von ihnen verrückt machen lassen und 2. sie nicht als Maßstab nehmen. Ich kann es nur noch einmal sagen: jeder wird in seiner veganen Laufbahn ein Produkt konsumieren, welches nicht komplett vegan war, und NICHT daran zugrunde gehen. Damit meine ich jetzt nicht, dass wir alle keine Labels mehr lesen sollten, sondern, dass wir ein bisschen lockerer werden und respektvoll miteinander umgehen.

So, das war mein Wort zum Dienstag. Das wollte ich mal loswerden, weil es mich schon lange aufgeregt hat, nachdem ich wieder auf anderen Blogs las, wie andere zurechtgestutzt wurden. Lindsay hat auch einen tollen Artikel dazu geschrieben, dessen Inhalt ich voll und ganz zustimmen kann.

Es war einmal…

… eine kleine, wütende, pflanzenfressende Praktikantin im Freizeitpark.

An einem wunderschönen sonnigen Sonntag im Dezember begab sie sich mit 2 Freundinnen in den Magic Mountain Freizeitpark.

Der Park war fast wie leergefegt und die Praktikantin freute sich riesig, nirgendwo anstehen zu müssen und die besten Achterbahnen nicht nur in der ersten Reihe, sondern auch mehrmals hintereinander fahren zu können.

Und das alles bei schönstem Sonnenschein.

Wie ihr seht, war die kleine Praktikantin nicht von Anfang an wütend.

Achterbahnfahren bringt gute Laune.

Aber 2 Stunden wilde Fahrerei führten dazu, dass sich die kleine Praktikantin etwas flau im Magen fühlte und da tat es auch ein carrot cake Larabar nicht, der sowieso viiiiel zu süß für den Geschmack der Herzhaft-Liebenden Praktikantin war.

Also begab sie sich auf die Suche nach Futter.

Im Plan von MM waren verschiedene Cafés mit einem Stern und dem Vermerk „Vegetarian Options“ vermerkt. Dies bedeutete auch vegane Gerichte. Das freute die Praktikantin riesig und so machte sie sich auf den Weg zu diesen Cafés.

An Station 1 angekommen erwartete sie Folgendes:

  • Pizza
  • Salat (Eisberg, Tomate, Gurke. Nochmal? Eisber, Tomate, Gurke et c´est tout!)
  • Soda in allen Varianten
  • Pommes Frites
  • Chicken Strips

„Hhhhhhhhhhhmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm“ machte die kleine Praktikantin und verzog die Miene.

Seufzend begab sie sich in die Schlange, um einen Salat zu bestellen, dessen Bestandteile sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte.

Als sie an der Reihe war, fragte sie zunächst, ob der Salat und das Dressing vegan seien. Diese Frage stoß auf Unverständnis und vor allem begegnete die kleine Praktikantin einer Servicekraft, die nicht wusste, was Veganismus ist, geschweige denn, welche Produkte Milch enthalten.

Nachdem die kleine Praktikantin verständlich gemacht hatte, dass sie den Eisberg-Tomate-Gurke-Salat nicht ohne Dressing essen wollte, sagte die Servicekraft, das Dressing sollte eigentlich vegan sein und wollte die Bestellung aufnehmen. Aber nicht mit der kleinen Praktikantin! Sie beharrte auf der Auflistung der Zutaten für das Dressing und fiel fast in Ohnmacht. 2. Zutat „high fructose corn syrup“ gefolgt von anderen schlimmen Zutaten und natürlich auch unveganen Bestandteilen. Statt dem Ranch-Dressing könne die Praktikantin ja auch Italian-Dressing haben, bemerkte die Servicekraft. An diesem Punkt schlug sich Verzweiflung in der Praktikantin breit, da das Italian-Dressing in den USA wohlgemerkt Milchzutaten enthält. In ihrer Verzweiflung fragte sie nach einer kleinen Portion Pommes und wollte wissen, ob diese in Pflanzenöl frittiert worden seien. Die Servicekraft ging zu einem Kollegen, fragte nach und kam mit der Ansage „Ähm, also, es ist Sojabohnenöl, was auch immer das ist, ist das pflanzlich?“ zurück. Duuuuuuuuuuuuuuuh. Allerdings, das musste die Praktikantin der Servicekraft lassen, gab sie wenigstens zu Bedenken, dass die Pommes in der gleichen Friteuse wie die Chicken Strips frittiert werden.

Betrübt und hungrig zog die Praktikantin von dannen, bis sie einen Bretzel-Stand entdeckte. Dort angekommen fragte sie den Bretzel-Verkäufer, ob die Teigwaren mit Butter bestrichen seien. „Ich glaube nicht“, lautete die Antwort.

Wer die kleine Praktikantin kennt, der weiß, wie gut sie seufzen und einen missbilligend schauen kann und so sagte sie „wenn du es nicht weißt, dann gehe ich lieber auf Nummer sicher und nehme keine Bretzel“, worauf der Verkäufer sie bloss anstarrte und gar nichts mehr verstand. Auch er hatte zuvor nicht den Zusammenhang zwischen Butter und der Aussage, die kleine Praktikantin würde keine Milchprodukte essen, verstanden.

Nach 2 weiteren Achterbahnfahrten ohne Essen MUSSTE die kleine Praktikantin einfach etwas zu sich nehmen und da entdeckte sie es: einen kleinen Stand mit soft frozen lemonade. Vegan, fruchtig, kalt, erfrischend, zuckerhaltig- das würde definitiv helfen!

Und das tat es auch. Die kleine Praktikantin war erleichtert und höchst erfreut über die Tatsache, dass die Verkäuferin tatsächlich auch wusste, was in der lemonade enthalten war.

Die lemonade war sogar so gut, dass die kleine Praktikantin nur noch mit dem Kopf schütteln konnte, als sie an einem weiteren „veganerfreundlichen“ Café vorbeikam und folgende Auflistung erblickte und sich gar nicht mehr aufregte:

  • pickles
  • fruit mix
  • soda

Und abends, als die kleine Praktikantin wieder daheim war, kochte sie sich erstmal ein leckeres, gesundes und vor allem rein veganes Dinner 🙂

Und lebte happily ever after!

Das sollte man nicht vergessen haben 😉

„FUCK“ ist nicht gleich „FUCK IT“.

Genau. Es ist ein riesen Unterschied, ob man einfach nur „Fuck“ sagt (oder brüllt) oder „Fuck IT“. Probiert es mal aus. Es fühlt sich ganz anders an.

Ich weiß gar nicht, wie oft ich heute „Fuck“ gesagt habe, ehrlich nicht. Ich fluche selten, aber wenn, dann richtig. Typisch Skorpion halt 😉 Woa, ein Smiley! Der erste richtige des Tages!!

Warum ich so genervt war, ist leicht zu erklären. Ich bin ja jetzt im letzten Semester meines Studiums und werde diese Zeit aber nicht in hier in Deutschland verbringen, sondern im Ausland. Mein Auslandssemester unterteilt sich in 2 Teile. Zuerst werde ich ein Praktikum bei PETA (jaaaaaaaaaaaaa, PETA!) in LA (jaaaaa, LA!) machen, bevor es nach London (jaaa, London ♥) an eine Uni geht für die restlichen 3 Monate. Nun habe ich am Freitag erfahren, dass ich ganz spontan eine komplette Bewerbung einreichen muss, inklusive Kopien aller relevanten Zeugnisse, Passfoto, etc. Schön, wenn man gerade umgezogen ist und diese Sachen erst einmal rauskramen darf und vor allem, wenn man unbedingt bis Montag ein Passbild braucht, man aber auf einem Dorf ohne Auto festsitzt. Herrlich.

Die Unterlagen sollen jedenfalls bis heute vorliegen. Utopisch. Deswegen musste ich sie persönlich an unsere Partner-Uni bringen, um zu gewährleisten, dass alles pünktlich ankommt. Der Post traue ich nämlich nicht.

Übers Wochenende habe ich dann also alle Unterlagen ausgefüllt und der Plan für heute war, bevor ich an die Uni fahre, vorher noch Passbilder zu machen.

Heute morgen klingelt dann mein Wecker, ich super müde, weil ich mal wieder nicht einschlafen konnte und bis 5h wach lag.

Ich dann im Internet nach Fotostudios in der Nähe geschaut, 2 Adressen notiert, ins Navi eingegeben und losgefahren. Alles super, bis es auf einmal hieß „Sie haben Ihr Ziel erreicht, Ihr Ziel liegt rechts“, nur von einem Fotostudio war keine Spur. An dieser Stelle sei nur kurz erwähnt, dass ich es eilig hatte, da ich bis zu einer bestimmten Uhrzeit wieder zu Hause sein musste. Da war ich schon ein bisschen genervt, aber ich hatte ja noch eine Alternative. Die ich nach 20 Minuten immer noch verzweifelt suchte. „Macht nix“, sagte ich mir, weil Fotostudios gibt es in dieser Stadt wie Sand am Meer und wenn ich jetzt keines sehe, frage ich Passanten. Auf der Suche nach einem Studio (welches ich erstmal nicht fand), sah ich eine Filiale meiner Bank und holte schnell einen Auszug.  Auf dem Weg aus der Bank fragte ich eben noch eine Frau, ob sie ein Fotoatelier in der Nähe kenne, sie verneinte, verwies auf Polizisten (!) draußen auf der Straße und ich sprintete nach draußen, weil ich genau vor der Bank am Seitenrand geparkt hatte. Und da standen sie, 2 Beamte, die gerade den Abschleppdienst (!!) angerufen hatten, um mein Auto abzuholen.  Der männliche Polizist war noch ganz nett und meinte, es täte ihm ja sehr leid, aber ab 12h dürfe man dort nicht mehr parken (es war natürlich NACH 12h) und ob ich das 800m weiter entfernte Schild nicht gesehen habe? NEEEEEEEEEEEEEEEEIN, habe ich nicht! Die Polizistin war weitaus weniger freundlich und kam dann an um zu fragen, ob sie den Abschleppdienst abbestellen solle?! Äh, klar, oder meinst du, ich steh hier und seh zu, wie mein Auto abgeschleppt wird?? Hat die Frau Humor. Ich bin sicher, mit 20 Euro Ermahnung muss ich rechnen und das ist soooooo lächerlich, weil ich nur einen Auszug geholt habe. (Vorhin war das übrigens der „fucking“ Auszug und kein normaler. Hätte ich statt „fuck Auszug“ einfach mal „fuck it“ gesagt.)

Weiter auf der Suche nach einem Fotostudio. Ich laut fluchend im Auto (besonders gelungen eine Kombination von deutschen, irischen und französischen Kraftwörtern). Nach 15 Minuten sehe ich ein Fotostudio,aber keinen Parkplatz in der Nähe, parke dann bei einer Bekannten im Hof, 5 Minuten Fußweg entfernt, laufe zurück zum Studio, mache die Fotos (das geht glücklicherweise schnell, auch wenn die Frau im Fotostudio etwas irritiert war, als ich reinstürmte in den Laden und sagte „ich muss ein Passbild machen!!“. Innerhalb 5 Minuten war ich draußen, Locken zurechtlegen „Darf ich?“ miteinkalkuliert. Im Auto lag übrigens die Notiz, ob ich ein Foto im Pass- oder Bewerbungsformat brauchte… Da lag sie gut! Ich habe mich dann für letzteres entschieden und ein Foto ins Passformat schneiden lassen, für den Fall der Fälle.), laufe zurück zum Auto, fahre zur Uni, komme an, will die Unterlagen abgeben… und darf warten, weil die Sekretärin am Telefon ist. Hatte ich erwähnt, dass ich es eilig habe und mich schon vor 10 Minuten auf den Heimweg hätte machen sollen?? Ok, ich gebe die Unterlagen ab, alles gut, Passfoto-Format, finde, ich habe ein extremes Mopsgesicht auf den Bildern, aber was soll´s, setze mich ins Auto, will vom Gelände fahren, Missverständnis mit einem anderen Autofahrer, der mich zur falschen Seite schickt, dort gibt es keine Ausfahrt. Wenden, zurückfahren, Ausfahrt finden und über die Autobahn nach Hause. Autobahnteil ist gesperrt, Navi leitet mich um, weitere 10 Minuten verschenkt.

Ich komme daheim an, fluche immer noch vor mich hin. Telefoniere mit meiner alten Hausverwaltung, die bekommen die Kautionsauszahlung nicht auf die Reihe, ich fluche weiter, sage mir dann, dass es jetzt mal genug schlechte Laune ist und rufe „Fuck IT“. Ich halte inne. „Fuck IT“? „It?“. Ja. „It“. Fühlt sich so viel besser an. Statt sich über alles sinnlos aufzuregen, aber mit den Sachen nicht abzuschließen (ich kann mich lange am Stück über etwas aufregen), sage ich „Fuck IT“ und meine „scheiß drauf“, der Drops ist gelutscht, ich kann es nicht mehr ändern und fühle mich gut.

Warum bin ich da nicht eher draufgekommen, ich habe doch das Buch gelesen!

Aber besser spät als nie! Ich habe mich inzwischen schön abreagiert und lecker Lunch gegessen. Generell war das heute auch nicht so wild, wenn ich mir das überlege…

Gebackene Auberginen im Olivenöl, Balsamico, Salz und Pfeffer.

Verpackt im Salat! (Couscous, Endivie, Mais, Kidneybohnen, Gurke + ein Dressing aus Limettensaft, Olivenöl, Salz, Pfeffer, Zimt und Hefeflocken)

Und jetzt mache ich mir den Tag schön! Schlechte Laune ist verboten. Packt die Badehose gute Laune aus 🙂

Frage: habt ihr auch solche Tage? Wenn ja, was macht ihr dagegen?