Wochenend Favoriten und Entdeckungen von 2012

Dieses Jahr ging so schnell herum wie noch keines zuvor! Wenn ich durch meine Fotoalben blättere, wird mir erstmal bewusst, wie viel ich 2012 erlebt habe.

Hier zum allerletzten Mal für dieses Jahr einige Favoriten und Entdeckungen der letzten 12 Monate.

Favoriten:

1. Urlaub auf meiner liebsten Ostfriesischen Insel 🙂DSC_0143

2. Bäcker, bei denen komplett alle Brötchen vegan sind, so wie diese Seele (nur so am Rande, das sind die BESTEN Weißmehlbrötchen, die man haben kann).IMG_1133

3. Orangen.

4. Strandspaziergänge. Ganz ehrlich, gibt es etwas Schöneres in der Natur als das Meer?!

5. Maulbeeren.

6. Die Preise für alkoholische Getränke in Deutschland. Ein Glühwein für 2€ ist super, viel besser als die mind. 4 Pfund, die man in England dafür bezahlt.

7. Candy Cane Tee von Trader Joe´s.

8. Unabsichtlich und ungeplant positive Gespräche über Veganismus mit Carnivoren führen.

9. Reiten.IMG_1034

10. Ein liebes Päckchen mit Dr. Bronner Produkten. Die Sachen sind gigantisch toll, Bericht folgt.IMG_1002 Wie sie zu Palmöl stehen, könnt ihr hier lesen.

Und hier ein paar Highlights bzw. tollste Entdeckungen von 2012:

Gewürz des Jahres

– geräuchertes Paprikapulver

Trockenfrüchte des Jahres

– Maulbeeren (wobei Mango immer eine große Liebe bleiben wird!)

Handy des Jahres

– iPhone (es ist einfach das beste Telefon.)

Beste Nächte n 2012

– in London in SOHO mit Vodka Cranberry und besten Freunden 😉

Neuer Lieblingsort in London

-Hempstead Heath

Öko-Erkenntnis des Jahres

– die Palmöl-Problematik und mein strikter Verzicht auf Produkte, die Palmöl enthalten.

Salat des Jahres

– roher, krauser Grünkohl

Zutat, auf die ich beim Kochen nicht verzichten möchte

– Hefeflocken

Mantra in diesem Jahr

– es kann nur noch aufwärts gehen

Urlaub ist dann Urlaub, wenn er am Meer mit gestörter Internetverbindung verbracht wird 🙂

Kommt alle gut hinein ins neue Jahr, auf das 2013 erfolgreich auf allen Ebenen wird! Nicht vergessen: für Erfolg muss man arbeiten.

Ich urlaube jetzt mal weiter und melde mich dann im neuen Jahr zurück 🙂

Palmöl-Problematik

Ich bin ein Gegner von Palmöl. Wobei, nicht von Palmöl an sich, sondern von den Umständen, unter denen es hergestellt wird.

Bis vor kurzem war mir nicht bewusst, in wie vielen Produkten Palmöl tatsächlich enthalten ist. Und zu meiner großen Überraschung gibt es etliche Öko-Firmen, die es benutzen. Egal ob in veganen Kichererbsen-Aufstrichen oder in Süigkeiten- Palmöl versteckt sich leider in etlichen Lebensmitteln.
Ich hätte nie gedacht, dass beispielsweise eine Firma wie Rapunzel Palmöl verwendet.
Wozu??

Dazu: rapunzel palmöl statementAuf der Website von Rapunzel nimmt das Unternehmen Stellung zu Palmöl und gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Was ist schlimm an Palmöl?

Hier einige Infos über Palmöl und dessen Produktion.

Allen voran ein Video von YouTube über die Palmöl Produktion in Indonesien, welches ich sehr gut finde, da es relativ kurz und knapp zusammenfasst, was wichtig ist.

Vor ein paar Jahren in der Uni haben wir in Online Marketing folgenden Video-Spot auseinander genommen:

Und es gibt noch eines:

Für Palmöl werden Regenwälder abgeholzt, und somit der natürliche Lebensraum vieler Tiere (z.B. Orang-Utas) zerstört. Problematisch ist auch, dass mit Ölpalmen Energie produziert wird und somit an der Palmölproduktion ganz viele andere Faktoren dranhängen, welche das Thema noch schwieriger machen, da jeder hiermit Geld verdienen will.

Dieser Guardian Artikel ist super informativ und wirklich gut geschrieben.

Das schlimme ist, dass Palmöl billig und für die meisten Firmen wahnsinnig lukrativ ist und deswegen seinen Weg in tausende von Produkten findet.

Wo steckt Palmöl drin?

Palmöl wird so häufig thematisiert, und trotzdem findet man es in zahlreichen (Bio-) Produkten. Von Süßigkeiten über dekorative Kosmetik hin zu Wasch- und Putzmitteln- es kann sich fast überall verstecken und wird manchmal gar nicht deklariert, sondern lediglich als „Pflanzenöl“ getarnt.

In Asiamärkten findet man oft reines Palmöl und besonders Afrikaner sind Fans davon- egal on pur oder in Maggi-Brühwürfeln, man kann es in jedes Essen geben.

Ich finde das überhaupt nicht toll.

Was kann man tun?

Natürlich gibt es ZAHLREICHE Themen, an denen wir arbeiten müssen, um die Welt zu verbessern bzw. zu erhalten. Und jeder muss entscheiden, was ihm wichtig ist, da es nahezu umöglich ist, auf alle Punkte zu achten.

Mir ist es beispielsweise wichtig, dass ich keine Shampoos, etc. kaufe, die die Umwelt verseuchen, und auch bei Wasch- und Putzmitteln kaufe ich Öko. Und: ich kaufe kein Produkt, das Palmöl enthält.

Aber ich fliege 😉

Man kann eben nicht in allem perfekt sein!

Weiterhin gibt es ein Siegel, welches für nachhaltig produziertes Palmöl steht: RSPO. Allerdings gibt es auch hiermit Schwierigkeiten. Zum einen müssen Firmen dieses Siegel käuflich für sich und ihre Produkte erwerben, und zum anderen gibt es noch kein Gesetz, welches dieses Siegel Pflicht macht. Und mal ehrlich, Unternehmen sparen Kosten, wo sie nur können. Außerdem kommt noch ein weiterer Punkt hinzu, nämlich der, dass RSPO ziemlich in der Kritik steht, und ich persönlich glaube auch nicht, dass nur weil „Bio“ oder „sustainable“ draufsteht, Palmöl auf einmal ein gutes Erzeugnis ist.

Zusätzlich fiel mir bei der research auf, dass man keine ausreichenden Infos als Verbraucher findet. Es gibt sehr wenige Artikel, in denen steht, wer RSPO zertifiziertes Palmöl benutzt, und obwohl viele große Firmen (z.B. Kellog´s) Mitgleid bei RSPO sind, beziehen sie konventionelles, nicht nachhaltiges Palmöl. Man findet zwar etliche Artikel, welches Unternehmen sagt, dass es bis 2015 komplett auf nachhaltiges Palmöl umsteigt oder Mitgleid bei RSPO ist und plant, etwas für nachhaltige Palmölwirtschaft zu tun, aber wirklich relevante  und aussagekräftige Infos habe ich nicht gefunden.

So unklar wie das Ganze ist, so scheinheilig erscheint es mir auch.

In meinen lokalen Supermärkten habe ich mir mal näher diverse Produkte angeschaut, die Palmöl enthalten, und bin bei einigen auf folgende Aussage gestoßen:

Da ich wissen wollte, was genau dies bedeutet, habe ich Sainsbury´s direkt angeschrieben. Die Antwort kommt hier:

„I appreciate your concerns about the use of palm oil in the products we sell. We’re aware that palm oil cultivation is a contributor to deforestation and climate change, and has a direct impact on the natural habitat of orangutans and other wildlife. I’m grateful for the opportunity to explain the work we’re doing in this important area.

I’d like to assure you that Sainsbury’s is committed to sourcing with integrity. It’s important that the palm oil used in our products is sourced from plantations that can demonstrate they have not endangered tropical rainforests. At the same time, we appreciate the economic contribution palm oil makes to many disadvantaged communities in growing regions, and we understand the need to support these communities to produce sustainable palm oil.

As long ago as 2002, Sainsbury’s could see that the expansion of palm oil plantations was causing rapid and uncontrolled destruction of rainforests in South East Asia. This led to an informal gathering of Sainsbury’s, WWF, Unilever and a number of palm oil growers and processors to discuss how to respond to this difficult challenge. A year later, that gathering led to the formation of the Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO). The RSPO is a global initiative that promotes palm oil production in a way that helps to reduce deforestation, promotes biodiversity and respects the livelihoods of rural communities.

The RSPO was tasked with developing a growing standard for sustainable palm oil. This was finalised in 2007, and in 2008 the first plantation was independently certified. You can find out more on this initiative at www.rspo.org.

In 2007, we made a commitment that we would only use certified sustainable palm oil in our own brand products by 2014. This was the first such public commitment, and since then many other retailers and brands have followed with similar targets.

At the end of May 2008, our Basics fish fingers became the first food to be made with sustainable palm oil from the first RSPO certified plantation. Since then, we have also used sustainable palm oil in the rest of our frozen fish range, our standard bars of soap and most recently all our rich tea and digestive biscuits.

In 2009, the WWF carried out an assessment of the top European companies that use palm oil. Sainsbury’s was positioned at the top of this table, reflecting the efforts we’ve made to source sustainable palm oil. Please visit http://assets.panda.org/downloads/wwfpalmoilbuyerscorecard2009.pdf for more information.

We’re very proud that Justin King, our Chief Executive, participated in the steering group of the Prince’s Rainforest Project (PRP), which aims to stop the destruction of rainforests. For more on this initiative, please visit the PRP website at www.rainforestsos.org.

While many companies conceal the use of palm oil in their products by labelling it as vegetable oil, we know that our customers want to know which products contain it. I’m pleased to say that all our products containing palm oil are labelled as such, although a small number of the longer life products on our shelves may still be in the old packaging. We’ve also introduced our own ‘sustainable palm oil’ logo, which you’ll see on the packaging.

There are considerable challenges involved in tracing and certifying palm oil as sustainable. The RSPO has made significant progress in overcoming these challenges, and we continue to support its work. We recognise that there’s a need to review the RSPO certification standard continually to ensure it’s always thorough and robust. We therefore play an active part in encouraging the RSPO to make improvements.

We’re grateful for the time you’ve taken to contact us and I hope this helps to clarify our position.“

Erneut muss ich sagen, dass diese Information nicht sehr befriedigend ist. Ich finde es total wischi-waschi, obwohl ich ganz klar gefragt habe, ob Sainsbury´s garantieren kann, dass ihr Palmöl wirklich sustainable sei.

Welche Stellung beziehen Öko-Unternehmen?

Ich bin ein großer Fan von Sodasan und habe nachgefragt, ob sie Palmöl in ihren Produkten verwenden. Ich habe prompt eine Antwort bekommen:

„… Palmfett/Palmöl findet in unseren Waschmitteln und Cream-Stückseifen Verwendung, zu diesem Thema haben wir Ihnen im Anhang nähere Informationen eingefügt!

Ebenfalls verwenden wir in unseren Allzweckreiniger „sensitiv“ Palmkernfett. Ansonsten wird in unseren Produkten kein Palmfett/Palmöl verwendet.

Die gesamte Produktion unserer Produkte steht unter Kontrolle anerkannter, unabhängig arbeitender Institutionen wie ECOCERT und EcoGarantie. Da wir uns einer ganzheitlichen Produktionsweise verpflichtet fühlen, erfolgt die Fertigung unseres Liefersortimentes durch die Kooperation mit PrimaKlima weltweit e.V. (www.prima-klima-weltweit.de) co2-neutral. Atomstromfreien Strom erhalten wir von Greenpeace energy. …“

Im Anhang gab es einen Bericht, welchen ihr in Ausschnitten hier findet.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Palmöl Situation problematischer finde, als anfangs angenommen. Mir kommt es vor, als will jedes Unternehmen nur Profit daraus ziehen, Labels werden gegründet, um dem Unternehmen eine bessere soziale Stellung und positives Image zu verschaffen (zumindest wird das versucht) und am Ende wird überhaupt nicht alles getan, was man tun könnte.

Ich fände es toll, wenn man sich für Alternativen entscheidet, sodass Palmöl kein Thema mehr ist, und der Regenwald Regenwald bleibt. Wir machen so viel in der Natur kaputt, da können wir auch ruhig mal beim Palmöl genauer hinschauen.

Update:

Ich wurde auf diese tolle Liste aufmerksam gemacht (zu finden bei blanc et noir), mit deren Hilfe ihr erkennen könnt, bei welchen Inhaltsstoffen es sich um Palmöl handelt.

1. Cetearyl Alcohol

2. Cetyl Alcohol
3. Cetyl Palmitate
4. Coconut Butter Equivalent (CBE)
5. Coconut Butter Substitute (CBS)
6. Elaeis Guineensis
7. Emulsifiers E471
8. Fatty Alcohol Sulphates
9. Glyceryl Laurate
10. Glyceryl Stearate
11. Hydrated Palm Glycerides
12. Isopropyl
13. Octyl Palmitate (achten Sie auf alle palmitate-Endungen)
14. Palm Oil Kernal
15. Palm Olein
16. Palm Sterine
17. Palmate
18. Palmitate
19. Sodium Dodecyl Sulphate (auch SDS oder NaDS)
20. Sodium Isostearoyl Lactylaye
21. Sodium Laureth Sulphate
22. Sodium Lauryl Sulfoacetate SLSA (meist Kokosöl, kann jedoch auch mit Palmöl hergestellt werden – deshalb unsicher)
23. Sodium Lauryl Sulphate (kann auch nur aus Rizinusöl hergestellt sein)
24. Steareth -2
25. Steareth -20
26. Stearic Acid

27. Vegetable Oil / Vegetable Fat (hoch gesättigtes Fett = Palmöl)

Wie seht ihr das? Kauft ihr Produkte, die Palmöl enthalten? Oder ist es euch egal?