Praktikum bei PETA

Langzeit-Leser wissen es, im November und Dezember 2011 habe ich ein Praktikum bei PETA in LA gemacht.
Immer wieder bekomme ich Emails zu dem Thema, also kommt hier ein Post dazu.
Wenn ihr Fragen habt, die ich in diesem Eintrag nicht beantworte, lasst sie mich wissen!

Als ich im Rahmen meines Studiums ein Praktikum machen musste, habe ich lange überlegt, wo ich es machen sollte. Ich wollte ein Unternehmen, das meine Werte unterstützt, keine Tierversuche macht oder Produkte verkauft, hinter denen ich nicht stehe. Außerdem wollte ich einen Job, bei dem ich selbstständig arbeiten, viel lernen, mich weiterentwickeln und etwas erleben kann.
Ziemlich schnell habe ich an PETA gedacht, und hatte parallel noch eine Bewerbung bei Greenpeace laufen, wobei ich immer zu PETA wollte (außerdem frage ich mich, warum es bei Greenpeace so verhältnismäßig wenige Veganer gibt und so viele von den Mitgliedern ein Auto haben…).

Ich habe eine neue Seite erstellt, auf der ihr alle Posts zu meinem Praktikum findet.

Bei PETA sind meistens Praktika ausgeschrieben, aber selbst, wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich mich beworben.

Die Bewerbung

Auf der Internetseite findet man alle Informationen rund um das Praktikum und muss auch über die Website die Bewerbung ausfüllen.
Das Ganze ist in 3 Schritte unterteilt:
– Fragebogen Nr. 1
– Fragebogen Nr. 2 (wenn man eine positive Nachricht nach dem 1. Fragebogen erhält)
– Telefoninterview (wenn der 2. Fragebogen als gut bewertet wurde)

Es werden viele Fragen zu einem selbst und zum Thema Veganismus gestellt, aber auch, was man von PETA und speziell von einzelnen Punkten, zum Beispiel Euthanasie, hält.

Wenn man überzeugt ist vom Veganismus, sollte es nicht schwer sein und wie immer ist es auch hier am wichtigsten, dass man ehrlich ist.

Ich habe zum Beispiel in meinem Telefoninterview auf die Frage, was ich mir für die Zukunft im Bezug auf Veganismus wünsche, geantwortet, dass ich hoffe, dass die ganze Welt eines Tages vegan lebt, obwohl ich wusste, dass es total tag-träumerisch rüber kommen kann. (Ich habe allerdings noch 2 Sätze dazu gesagt ;))

Das Praktikum

Ich habe mich für die Location LA entschieden, da ich bisher noch nie an der Westküste war.
Mittlerweile gibt es ein super schönes, super neues Office und LA ist toll für jeden, der etwas von healthy living hält. Yoga-Studios gibt es an jeder Ecke, in den Supermärkten wimmelt es nur so von veganen Produkten und in der Stadt gibt es dermaßen viele vegane Restaurants, dass man sie unmöglich alle ausprobieren kann.
Wie ich in vergangenen Posts schon erwähnt habe, sind die Mitarbeiter bei PETA extrem cool, nett, super hilfsbereit und einfach tolle Menschen.

Ich habe so viel über PETA als Organisation gelernt, ganz viel über Veganismus und Tierrechte erfahren (ich habe mehr Videos gesehen, als mir lieb ist), ich habe aktiv für eine mehr als gute Sache gearbeitet, und insgesamt hatte ich ein super schönes Praktikum und an keinem einziges Tag, habe ich es bereut, zu PETA nach LA gegangen zu sein.

Was man sich klar machen sollte:

Der Job an sich ist nicht „schön“. Mir war vorher nicht bewusst, dass in den Videos „harmlose“ Ausschnitte aus dem undercover Material verwendet wurden, weil sonst überhaupt keiner die Filme gucken könnte.
Ich wusste auch nicht, WIE VIEL ARBEIT hinter allem steckt. PETA hat etliche Departments, Ingrid arbeitet vollste Vollzeit, und die Mitarbeiter investieren so viel Zeit und Herzblut in alles.
Von so vielen Victories bekommt man gar nichts mit, aber die Organisation leistet viel mehr als man denkt.
Aber, wie gesagt, ist es nicht immer leicht. Es gab Tage, an denen ich echt deprimiert war, dass es überhaupt noch Leute gibt, die tierische Produkte benutzen, und ich habe einige Emails an Firmen geschrieben, die Tierversuche durchführen, nachdem mir auf der Arbeit erneut vor Augen geführt wurde, auf welche barbarische Art und Weise Kosmetika und Co. an Tieren getestet werden.
Ich bin ein bisschen zimperlich, und kann auch kein Blut sehen, aber bei PETA war ich gezwungen, mir die Missstände anzuschauen und ich bin ehrlich davon überzeugt, dass es mich zu einer „besseren“ Veganerin gemacht hat.

Ich hatte vorher gesagt, dass ich speziell im Marketing department arbeiten will, insofern weiß ich nicht, inwieweit meine Arbeit von normaler Praktikumsarbeit abwich.

Es gibt von allem etwas, über die Projekte selbst darf ich aber nichts sagen.

Ich hatte das Glück, dass ich nicht nur in LA sein durfte, sondern auch mit dem peta2 Team auf Outreach-Tour gegangen bin und auch diese Erfahrung war einmalig.

Fazit

Es hat mir unglaublich gut gefallen und kann ein Praktikum bei PETA nur jedem empfehlen, der mehr über die Organisation, über Tierrechte und über Veganismus erfahren möchte.

Wie oben erwähnt, muss man wirklich überzeugt sein von allem, aber dann lohnt sich der Einsatz!

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Die große PETA-Diskussion.

Ihr habt es bestimmt mitbekommen- momentan wird wieder mal sehr fleißig darüber kommentiert, ob PETA tatsächlich „Tiere tötet“ und wenn ja, warum und wie furchtbar doch alles sei, PETA sei ja so unehrlich, etc.

Zum Beispiel wird hier bei Cookie darüber gesprochen.

Ich habe gleich 2 Kommentare dazu auf einen Blogeintrag bekommen, von dem ich einen nicht veröffentlichen werde, da er lediglich auf einen Artikel zum Thema „PETA tötet Tiere“ hinweist und als Kommentar zu meinem Post selbst aus dem Kontext gerissen ist.

Gleich vorneweg: es geht um PETA USA.

Meine Meinung kennt ihr bestimmt: ich steht zu 100% hinter PETA.
Im Gegensatz zu anderen finde ich PETA sehr ehrlich, da sie offen kommunizieren, was passiert und generell zu allen kritischen Punkten Stellung nehmen, egal ob es um Euthanasie, das Thema Nacktheit ist oder um die eingesetzten Promis geht. Nur, weil einer Fleisch isst, heißt das nicht, dass er nicht gegen Zirkusse sein kann- oder etwas nicht?! Mehr Infos gibt es bei den FAQ´s von PETA.

PETA polarisiert, eckt an, zettelt Diskussionen an… und vor allem sind sie die größte Tierrechts-Organisation der Welt und leisten einen verdammt guten Job, wenn es um die Aufklärung über Tierrechte, vegane Ernährung und andere Themen geht, wie ich finde.

Jeder hat das Recht, sich seine eigene Meinung zu bilden, aber ich finde es schon sehr bedenklich, wenn jemand gar nicht alle Fakten kennt und dann direkt schreit, PETA wäre eine Katastrophe.

Ich habe ein Praktikum bei PETA gemacht und KENNE die Hintergründe und WEISS, was getan wird, um Tiere zu vermitteln, warum Promis eingesetzt werden, wofür die Gelder verwendet werden, und vor allem: was es bringt!

Es gibt so viel zum Thema Euthanasie zu sagen, und ich musste bei meinem Interview auch Stellung dazu nehmen, aber ich will es hier relativ kurz halten.
Ich finde es super, dass PETA Geld für Prävention im Sinne von  Aufklärung über Haustierhaltung/Kastration/“rescue animals“/etc. ausgibt, um zu VERMEIDEN, dass tausende Tiere auf der Straße leben, anstatt das gesamte Budget dafür auszugeben, dass Tiere ein erbärmliches Leben in Tierheimen führen. PETA ist weit mehr als eine Haustiervermittlung!

Was soll man denn bitte mit den ganzen Tieren machen?! Es sind viel zu viele, als dass man sie vermitteln kann.

Außerdem: viele der Tiere sind so schlimm krank oder verhaltensgestört, dass sie absolut nicht vermittelbar sind. Ihr könnt nicht glauben, wie viele Fotos ich gesehen habe und wie viele Emails ich bekommen habe, mit Hilferufen von PETA-Mitgliedern, die Tiere gefunden haben und für sie ein Obdach suchen. Solche Mails kamen täglich.

Hier geht es zur PETA Deutschland Seite, auf welcher sie Stellung zum Thema „PETA tötet Tiere nehmen“.

„Dort weiß man, was es heißt, ein Tier zu lieben. Die Leute verstehen, was Einsatz und Engagement wirklich bedeutet.“- (Auszug aus dem oben verlinkten Post von Cookie). Schade, dass du findest, dass PETA keine Tiere liebt und nicht mit Einsatz und Engagement bei der Sache sind.

Wenn jemand wirklich alle Fakten kennt, und trotzdem PETA verurteilt, kann er das gerne tun. Ich bleibe jedenfalls bei meiner Meinung und supporte PETA weiterhin, und wem das nicht passt, der muss meinen Blog nicht lesen.

Ich zumindest finde niemanden blöd, nur, weil er PETA nicht mag. Allerdings finde ich, dass man realistisch bleiben sollte und sich stets beide Seiten der Medaille anschaut.

So, das wollte ich jetzt mal loswerden! Mein Wort zum Sonntag. Und was ich noch sagen möchte: „Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast“ 🙂

PETA T-shirts aus den USA.

Vielleicht habt ihr es bei Facebook schon gesehen, aber ich habe mir aus den USA PETA Shirts bestellt und mich riesig gefreut, als das Päckchen da war.
Viele haben mich gefragt, ob alles gut geklappt hat, also kommt hier ein kleiner Bericht.

Zuerstmal: was habe ich bestellt?

Die Produkte findet ihr hier im PETA Shop. Es lohnt sich, regelmäßig reinzuschauen, da häufig neue Produkte dazukommen. Ich liebe die Sachen einfach!

Qualität

Die von mir bestellten T-Shirts und das Top haben eine super Qualität. Die Marke dahinter ist American Apparel und alle Produkte sind aus reiner Baumwolle.

Im Gegensatz zu manch anderen Herstellern stinken die Produkte überhaupt nicht (kennt ihr das, wenn es manchmal so doll chemisch riecht?).

Auch nach dem Waschen ist der Aufdruck noch super.

Ich bin sehr zufrieden.

Kosten

Natürlich muss man für den Versand extra zahlen, bei mir waren es 20 Dollar.

Die Ware selbst ist nicht sondernlich teuer, wie ich finde, und außerdem tut man PETA etwas Gutes, insofern würde ich auch ein paar Euro mehr bezahlen 😉

Mein geliebtes „Fuck Fur“ Top kostet 16 Dollar, das finde ich wirklich absolut ok.

Versand

Da die Sachen direkt aus den USA kommen, dauert es ein Weilchen, bei mir etwas über 4 Wochen. Ich wusste es schon vorher, da ich mit dem zuständigen Mitarbeiter in den USA gemailt habe (die Sachen, die ich wollte, hatten wir in LA nämlich nicht im Lager, insofern musste ich aus der Zentrale bestellen, und da ich Angst hatte, dass die Sache nicht rechtzeitig ankommen, habe ich sie nach Deutschland schicken lassen.)

Wenn man weiß, dass man etwas warten muss, kann man sich darauf einstellen.

An sich war alles super, das Paket war platzsparend gepackt, es lag noch eine Broschüre über Pelz dabei, alles top.

Positives

Die Sachen selbst. Ich trage alles mit Stolz und freue mich, dass ich jetzt noch etwas Neues tragen kann!

Positiv fand ich auch, dass ich gleich die Info bekommen habe, dass der Versand länger dauert. Diese Info kam direkt auf der Bestell-Seite.

Die Kleidungsstücke sind nicht extrem modern geschnitten, d.h., man sieht beim Bücken nicht gleich den ganzen Hintern, was ich sehr gut finde.

Negatives

Die Größen.

Wirklich, Leute, man kann nicht seine normale Größe bestellen. Das Top ist Gr. S und fällt aus wie Gr. 40, das lila T-Shirt in Gr. M fällt aus wie Gr. 36… Ich habe ja noch andere PETA-Shirts, und da genau dasselbe erlebt.

Mein „Test on tubes, not bunnies“-Shirt habe ich in Gr. M und es ist super weit.

Fazit:

Ich würde jederzeit wieder etwas bestellen.

Mein Tip: tut euch zusammen und spart an den Versand-Kosten.

Markttag!

Soooooooooooooo schön!

Das Wetter heute war ein absoluter Traum, extrem warm und sonnig und ich werde es total vermissen.

Es macht so einen Unterschied, ob die Sonne scheint wenn man morgens aufsteht, oder ob es grau ist.

Heute war übrigens mein letzter Arbeitstag hier bei PETA 😦 Ich bin sehr traurig. Seufz.

Ich werde meinen Arbeitsplatz vermissen 😦

Ich kann nicht glauben, dass die Zeit so schnell vorbeigegangen ist. Aber ich stehe schon für PETA UK auf der Liste und werde mich dort auf jeden Fall engagieren 🙂 Und natürlich komme ich hierher zurück!!! LA ist einfach mal grandios und ich MUSS einfach nochmal her.

Nächste Woche um die Zeit sitze ich wahrscheinlich mit ´nem schönen Jetlag daheim in der Kälte und sehne mich nicht nur nach der Sonne und den tollen Mitarbeitern, sondern auch nach den vielen veganen Optionen in den Supermärkten!!

LA ist ja ziemlich nah an Mexiko dran und hier sind sooo viele dieser Landsleute. Sogar die Durchsagen in den Zügen sind zweisprachig.

Entsprechend gibt es an jeder Ecke ein mexikanisches Restaurant oder einen kleinen Tamale-Stand. So auch auf dem Markt.

Was ich ganz besonders toll finde: durch das milde Klima hier gibt es nichts wie „saisonales Gemüse“. Hier bekommt man noch richtig leckere Tomaten zum Beispiel 🙂

Sehen gut aus, oder???

Toll war, dass man wirklich ALLES probieren konnte und einem teilweise die Sachen aufgedrängt wurden. Da kann sich Deutschland mal eine Scheibe von abschneiden.

An einem Stand wurde selbstgebackenes Brot, Kuchen und Kekse verkauft. Auch dort wurde mir etwas angeboten, aber ich sagte, dass ich Veganerin sei. Daraufhin die Verkäufer „die Plätzchen hier sind glutenfrei!“. Ich „hm, ja, sind die denn glutenfrei UND vegan“? Und sie „nein, wieso??“ Aber ich konnte ihr dann erklären, was es heißt, sich vegan zu ernähren. Das war wieder ein Beispiel von amerikanischer Bildung. Mir hat hier auch eine Frau erzählt (sie war nicht betrunken oder so!), dass sie ja so gerne Französisch lernen würde, aber es wäre zu schwer, da man auf Französisch ja rückwärts lese. Na klar doch. Sie wollte mir einfach nicht glauben, und dann habe ich es aufgegeben. Woher soll ich es auch wissen, schließlich ist Frankreich ja nicht in der Nähe von Deutschland. Ist Frankreich überhaupt in Europa?? Die Frau war leider kein Einzelfall.

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Wochenende!

Ich will nur mal schnell etwas loswerden.

Die Leute hier bei PETA sind mit Abstand die nettesten, hilfsbereitesten und positivsten Menschen, denen ich je begegnet bin.

Nicht zu vergessen, dass sie alle fit und gesund sind 🙂

Ganz ehrlich, ich hatte schon erwartet, dass sie nett seien würden (das kommt einfach, wenn man vegan lebt ;))

Aber dass meine Kollegen alle SO nett sind… Einfach toll 🙂

Und auch, wenn das so klischee-mäßig klingt (und für Omnivore meist auch ein bisschen abgespaced), es ist so eine leichte, helle und positive Atmosphäre überall und alle haben eine ja, das ist so schwer in Worte zu fassen, eben eine leichte Aura.

Das Arbeitsklima ist auch einfach nur ein Traum, alle gehen so freundlich, respektvoll und aufrichtig miteinander um, es macht einfach Spaß.

Hier sind Menschen bei der Arbeit, die ihren Job von Herzen gerne machen und das merkt man jede Sekunde.

Ich fand PETA ja schon vorher gut (sonst hätte ich ja hier auch kein Praktikum gemacht!), mittlerweile bin ich aber soooo von der Organisation überzeugt, es ist der Wahnsinn, was hier geleistet wird!

Allen voran natürlich Ingrid Newkirk. Die Frau ist der beste Beweis, dass Veganer länger leben und fit sind! Sie sieht 12 Jahre jünger aus, als sie tatsächlich ist und ist einfach so fit.

Ich bin so froh, hier zu sein und ich bin mir ganz sicher, dass das mit PETA nicht von kurzer Dauer ist 🙂

In Fakt (kann ich das so in Deutsch sagen??? Heeeelp!), ich plane gerade eine Weiterführung meines Praktikums in London!

Eigentlich wollte ich ja in ein anderes Unternehmen und ganz früher habe ich mal davon geträumt, bei Selfridges im Marketing zu sitzen, aber mittlerweile will und kann ich das gar nicht mehr.

Ich habe so keine Lust, in einer Firma zu arbeiten, die Sachen verkauft, deren Herstellung gegen alle meine Grundsätze verstößt.

Da mache ich mich lieber selbstständig mit einem veganen Restaurant, das ist im Grunde ja mein echter Traum 🙂

Ich weiß nicht, wie es euch Veganern da draußen geht, könnt ihr euch vorstellen, zum Beispiel bei McDonalds zu arbeiten?

Oder bei Estée Lauder?

Ich habe momentan noch nicht mal Lust, bei einer vegetarisch-orientierten Firma zu arbeiten.

Zum Glück gibt es PETA 😉

Habt noch einen schönen Abend (oder Tag oder Morgen…)!

Question: Wie sieht es bei euch aus? Ist es euch wichtig, dass eure Arbeit mit euren Werten übereinstimmt? Oder macht ihr so ziemlich alles für Geld?

Rise Against und peta2

Guten Abend!

Mensch, ich hab so viel zu tun, und so viele Posts halb fertig, da muss ich natürlich einen komplett neuen anfangen 😉

Und noch eine kleine Anmerkung zum Rezept von gestern: die Kekse sind weich. Ich habe sie auf Arbeit mitgenommen und die Jungs lieben sie 🙂 Das wollte ich nur loswerden, falls jemand knusprige Kekse erwartet.

Jetzt aber zu Rise Against.

Was ich richtig lustig finde ist, dass Claudi dasselbe wie ich gemacht hat! Ihren Bericht könnt ihr hier lesen!

Nur dass ich eben in Californien war und dementsprechend alles in Englisch ablief 🙂

Nach 3,3h Fahrt sind wir in Fresno angekommen und waren so früh da, dass wir erstmal Bowlen sind. Ich habe gewonnen. Früher war ich echt nicht gut, aber mittlerweile geht es schon gut (1er bleibt trotzdem meistens stehen), nur tut mir hinterher immer der Arm weh, weil ich die Kugel so lange schwinge, bis ich das Gefühl habe, sie gezielt loslassen zu können 😉

Vorher waren wir noch im Loving Hut essen. Mein Gericht wurde als „Fried Rice With Vegetables and Tofu“ angepriesen. Das Gemüse habe ich verzweifelt gesucht und das Essen war von uns allen sehr fettig. Nicht so toll. Das letzte Mal, als ich dort war (allerdings in Phoenix und es gibt in jedem Restaurant ein eigenes Menü), war es DEUTLICH besser, ich hatte irrsinning viel Gemüse und die Sauce war nicht fettig. Aber es war schön, etwas Warmes zu essen.

(„Eastern Paradise“: Curry Fried Brown Rice with Corn, Peas, Carrots, Tofu and Coconut Milk. Ich bin sicher, wenn es einfach etwas weniger Fett und mehr Gemüse gehabt hätte, wäre es richtig super gewesen.)

Danach sind zur Location und haben den Stand aufgebaut und erstmal das Gelände erkundet.

Outreach läuft so ab, dass man Broschüren verteilt, Unterschriften sammelt, Fragen beantwortet und, wenn man einen Stand hat, Spenden einsammelt, T-shirts verkauft, etc. Wobei die Leute von sich aus nach den T-shirts fragen, weil die einfach so toll sind, viel mit Verkaufstechnik ist da nicht.

Meine Lieblinge sind „I´m Not A Nugget“ und „Fuck Fur“. „Meat Sucks“ ist aber auch gut 😉 (die letzten beiden von mir erwähnten tees sind nicht im Bild, falls ihr sucht)

Nachdem wir alles aufgebaut haben und die Klemmbretter vorbereitet haben, sind wir losgezogen um die Schlangen abzuklappern.

Unser Thema war Pelz. In China zum Beispiel gibt es keine Gesetze und auf den Pelzfarmen geht es abscheulich zu.  ist ein Video, das habe ich mal in der Uni gezeigt, als ich ein Referat über PETA und die „I´D Rather Go Naked Than Wear Fur“ Kampagne gehalten habe. Es ist schlimm, aber es geht noch grausamer. Das erinnert mich daran, als ich ca. 8 Jahre alt war. Wir waren bei meinem Großonkel und er wollte mir einen Mantel von seinen Schwedenreisen geben. Ich fragte ihn, was das für Material sei, weil es sich so komisch anfühlte und ich es nicht kannte. Er wollte mir es zuerst nicht sagen und hat rumgedruckst, aber meine Mama hat es mir dann gesagt, weil sie es nicht gut fand. Es war Seehundfell. Ich war so entsetzt, dass mein Großonkel überhaupt so etwas gekauft hatte. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Schon damals war mir klar, dass das falsch war. Und nicht, weil ich eine von den Steiff-Robben hatte.

Sie häuten dort viele Tiere (auch gerne Hunden und Katzen) bei lebendigem Leib und selbst wenn sie getötet werden, dann nicht richtig bzw. besonders brutal (anal oder vaginal eingeführte Stromstöße, die Schädel werden eingetreten, etc.). Das Fell wird dann als Fuchsfell u.ä. ausgegeben und der Rest der Tiere zum Beispiel als Hundefutter verwendet.

Viele Designer, wie Ralph Lauren, Calvin Klein oder natürlich Stelle McCartney, verzichten auf diese Art Pelz und wir kämpfen dafür, dass immer mehr Designer nachziehen und solche Pelzfarmen verboten werden.

Ich hatte super nette Gespräche, das beste war mit einem End-Zwanziger (ja, er war nett :D), der auf die Jagd geht. Wir hatten so ein tolles Gespräch und er hat am Ende sogar unterschrieben 🙂

Manchmal denkt man sich „ach, die da brauche ich gar nicht fragen“, aber man weiß nie, wer unterschreibt, wenn man nicht fragt, also frage ich alle. Mit Erfolg 🙂

Es waren so viele Tierfreunde da und sobald man das Wort „Pelz“ erwähnt fragten sie, wo sie unterschreiben sollten und dankten uns, dass wir da waren.

Allerdings gibt es auch Leute, die sagen, ihnen würde es gutgehen, insofern sei es ihnen egal, was mit den Tieren passiert. Oder ein Mann, der meinte, er würde auch seine Katze tragen, wenn er frieren würde.

Ich finde, es ist ein großer Unterschied, wenn die Leute früher Pelze getragen haben, weil es nichts anderes gab und kalt war, aber heute gibt es einfach keinen Grund mehr dazu.

Wie sagt PETA so schön „Fur is worn by beautiful animals and ugly people“. So true.

Die Stimmung war super, wir haben viele Unterschriften sammeln können und nebenbei auch noch Rise Against live gesehen 🙂

Genau wie ich es mir gedacht habe, ist es nicht meine Musik, aber ich fand es trotzdem gut!

Alles in allem ein schöner Tag!

Und auch die Spendenbox hat sich schnell gefüllt.

Wie immer merkt man, dass PETA krass polarisiert. Ich liebe sie trotzdem 🙂 Oder gerade deswegen.

Cooles Motto.

Und für alle, die es sehen möchten: ein Video von Rise Against live. Es gibt Probleme beim Hochladen, also ein anderes Mal 😉

Dafür bekommt ihr ein Foto!

Am tollsten waren die männlichen Fans, die am Ende mit freiem Oberkörper rumliefen 😉

Ich bin extrem.

„Ihr Veganer seid immer so extrem mit allem“

„Du bist aber echt krass extrem mit dem, was du isst“

„Veganismus – das ist mir zu extrem“

Sicher kennt ihr diese Sprüche alle.

Und ich selbst habe das gesagt, als ich noch Vegetarierin war und mir NIEMALS vorstellen konnte, mich rein pflanzlich zu ernähren, obwohl ich zum Beispiel keine Milch getrunken oder Eier gegessen habe.

Aber auch für mich war es so extrem. Zumindest erschien mir das so. Eigentlich war es immer nur anders und auch ein bisschen anstrengend, wenn man mal ehrlich ist. Sogar beim Kaugummi muss man aufpassen oder bei der Zahnpasta.

Heute gibt es für mich keine besser Ernährungsweise als die vegane.

So viele entschuldigen bzw. verteidigen ihre Entscheidungen, tierische Produkte zu verzehren. Auch ich habe das getan und gesagt, dass ich ja, wenn ich mal Mozzarella essen würde, dann aber nur Bio-Qualität kaufe. Weil das ja auch so einen riesen Unterscheid für die Kühe macht.

Die werden auf den Bio-Bauernhöfen nämlich nicht permanent besamt und die Kälber werden ihnen dann  auch nicht nach der Geburt weggenommen. Nein, da ist alles ganz traumhaft schön idyllisch und die Kühe haben einen Milchüberschuss in Fakt, deswegen MÜSSEN wir Menschen ihnen HELFEN, indem wir ihre Milch trinken.

Aber Sarkasmus beiseite.

Hier bei PETA stoße ich auf so viele Schandtaten und jedes Mal aufs Neue kommt mir wirklich das Kotzen, und das meine ich auch so.

Jedes Mal, wenn ich sehe, wie ein Fisch bei lebendigem Leibe gehäutet wird, eine Kuh zerteilt wird, obwohl sie nicht tot ist, wenn Enten bei vollem Bewusstsein gerupft werden, Katzen im Labor zur Belustigung der Pfleger die Krallen ausgerissen werden, Pferde für Speed-Tests in den Tod getrieben werden, Tiere durch anal oder vaginal eingeführte Stromschläge getötet werden, dann bleibt mir der Mund offen stehen und ich frage mich, wie Menschen so etwas tun können und vor allem, wie andere so etwas zulassen können.

Neulich habe ich einen Report gelesen, in dem es um Hühnerfarmen ging. Das war wieder ein Moment, in denen ich kopfschüttelnd vor dem Computer saß und minutenlang gar nicht begreifen konnte, was ich da gelesen hatte. Die Hühner werden teilweise sexuell (ja, sexuell) missbraucht. Ernsthaft? Auf so eine Idee muss man überhaupt erstmal kommen!

Und das schlimme ist, dass die Videos, die von PETA und anderen Organisationen gezeigt werden, keine Einzelfälle sind oder nur die schrecklichsten Szenen herausstellen. Vieles ist so grausam, dass man es gar nicht zeigen kann.

Da dachte ich, Earthlings sei brutal und dann geht es immer noch härter.

Alles, was mir da einfällt, ist: Ich bin gerne extrem, wenn das heißt, dass ich nicht will, dass wegen mir Tiere gequält und getötet werden.

Oh ja, ich bin mit Leib und Seele extrem, wenn dieses Wort mit Veganismus gleichgesetzt wird.

Auf Extremismus.

Und darauf, dass noch viel mehr Menschen sehen wollen, was mit den Tieren passiert und handeln.

Ich finde, es ist eine Sache, Produkte zu kaufen, deren Hintergrund man nicht kennt. Wenn allerdings die Fakten auf dem Tisch liegen, und man trotzdem noch diese Produkte kauft, dann seid ihr für mich genauso ignorant, wie ich für euch extrem bin.

Habt ihr noch Lust auf Fleisch?

Es ist ein Video von vielen.

(Und ich verspreche euch, dass es morgen leichtere Kost gibt und Highlights von der Outreach-Tour bei Rise Against.)