How to: vegan werden, Teil 6

Ihr Lieben,

wir sind beim letzten Teil der Serie „Vegan werden“ angekommen!

Ich hoffe, euch helfen die Tipps und wenn ihr Fragen habt, ich stehe euch gerne Rede und Antwort. (aberbittemitsojamilch@gmx.de)

Nochmal ein kurzer Rückblick:

How to: vegan werden, Teil 1

Teil 2: Bekleidung.

Teil 3: Ernährung.

Teil 4: Entertainment.

Teil 5: Kosmetik.

Heute beschäftigen wir uns mit dem Thema

SONSTIGES.

Klingt ziemlich spannend, oder? Ja, ich bin mindestens genauso aufgeregt wie ihr.

Neben Ernährung, Bekleidung, Kosmetik und Entertainment gibt es aber gibt es aber tatsächlich noch einige Dinge, die man tun kann.

Natürlich kommt es immer auf die Perspektive an, nicht jeder Veganer will Tiere retten oder sich so gesund wie möglich ernähren.

Dennoch gibt es ganz viele Möglichkeiten, Gutes zu tun, wenn man will!

Mit den folgenden Punkten wird früher oder später fast jeder Veganer konfrontiert und obwohl einige Dinge nicht erklärungswürdig erscheinen, so gehören sie doch dazu.

Haustiere

  • ausschließlich aus Tierheimen holen
  • kastrieren
  • artgerecht halten
  • nur anschaffen, wenn man sich auch wirklich um sie kümmern kann

Man sollte meinen, dass gerade dieser Punkt selbstverständlich ist. Doch leider ist dies nicht der Fall.

Allgemeiner Konsum

Durch eine vegane Lebensweise entwickelt man sich zum bewussten Konsumenten. Man muss zwangsläufig Produkte hinterfragen und setzt sich in diesem Zusammenhang mit verschiedenen Unternehmen auseinander. Schnell entdeckt man, wer alles unter einer Decke steckt und welche Firmen man lieber meiden sollte. Dies ist häufig gar nicht so einfach, wenn man zum Beispiel an Procter&Gamble oder Nestlé denkt. Man könnte auch denken, dass es ja nicht schadet, wenn man zum Beispiel ein Wasser kauft. Wenn dieses Wasser allerdings von derselben Firma stammt, die ein anderes Produkt herstellt, für welches Tierversuche durchgeführt wird, dann unterstützt man mit dem Wasser-Kauf mehr oder weniger direkt genau diese Grausamkeit.

Wenn wir verstärkt bei rein vegetarier-/veganer-freundlichen Unternehmen einkaufen, steigen nicht nur deren Umsätze, sondern wir leisten aktiv einen Beitrag für eine generell tierfreundlichere Welt.

Und das gleiche gilt für vegane oder vegetarische Restaurants- steigender Bedarf = steigendes Angebot.

Tierschutz

Ob man nun bei PETA oder einer anderen Organisation oder einfach im lokalen Tierheim aushilft; es gibt tausende Möglichkeiten, sich nützlich zu machen und Tieren zu helfen.

Auch wenn man Missstände sieht, z.B. wenn jemand sein Haustier schlecht behandelt, kann man etwas tun.

Kröten über die Straße helfen wird auch immer gerne gesehen! Gerade in meiner Heimat liegen in der Saison sooo viele totgefahrene Kröten auf den Straßen, es ist echt traurig und eklig zugleich.

Aufklärung

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass dies ein sehr kritischer Punkt ist. Ich will auch niemanden auf den Missions-Drang schicken. Dennoch ist es sooo hilfreich, über Veganismus zu reden. Ich habe schon etliche Leute überzeugen können, dass veganes Essen spitze schmeckt, dass ein Zirkus Tierquälerei ist und dass man statt der Ledertasche doch lieber eine aus Synthetik kaufen sollte.

Der Ton spielt die Musik.

Am besten ist es, wenn man gar nicht über die negativen Dinge redet, sondern vielmehr die positiven hervorhebt und kommuniziert.

Vegane Cupcakes, die man nicht als vegan vorstellt, werden viel besser von carnivoren Mitmenschen aufgenommen. Mein Vater z.B. ist ultra kritisch und seit ich Vegetarierin bin, konnte ich mir „Witze“ anhören und auch heute noch fragt er, wenn er ein Steak brät, ob ich mitessen will. Und er findet das lustig. Ich nicht so sehr. Er war auch immer der Meinung, dass es ohne tierische Produkte nicht so gut schmeckt, doch ein paar vegane Brownies hier, eine leckere Sauce da… und jetzt ist er offen für Neues (dass er trotzdem jeden Tag Fleisch/Fisch/Milchprodukte zu sich nimmt, ist eine andere Geschichte) und isst sogar freiwillig das, was ich koche bzw. backe. Und inzwischen weiß er sogar, wer PETA ist. Hurra!

Aber mal im Ernst. Selbst, wenn 10 Leute sagen, dass sie genervt sind, wenn ich auf Facebook ein undercover Video poste (es ist ein Beispiel, mir selbst ist das nicht passiert)- ist auch nur 1 Person dabei, die aufgrund dieses Videos etwas ändert, dann ist es mir das alles so viel wert.

Die meisten Leute wissen nicht, was mit Tieren passiert, und ein kleiner Schubser in die richtige Richtung tut ihnen meist sehr gut.

Ich hoffe, ich habe nun alle interessanten Punkte adressiert!

Fühlt euch frei in den Kommentaren zu ergänzen und zu verlinken.

How to: Vegan werden

Notiz: Ich schreibe ja gerade meine Diplomarbeit (auf Englisch) und lese nur englische Literatur, insofern habt Erbarmen mit meiner Grammatik 😉

Ganz viele von euch haben mich gefragt, wie sie mehr vegane Gerichte in ihren Alltag integrieren können oder generell die Transformation zum Vegetarier/Veganer schaffen.

Hier also ein paar Tipps für euch und ein kleiner Bericht von meinen Erfahrungen.

Ich war jahrelang Vegetarierin, bevor ich mich mit Veganismus befasste. Und ich wollte es auch eigentlich nicht. Vegetarismus fand ich „ausreichend“ und lebte in dem Glauben, mit meinen wenigen Bio-Milchprodukten keinen Schaden anzurichten.

Zufällig bin ich online auf den Blog von Chocolate Covered Katie gestoßen und war von ihren Rezepten begeistert.

Ich begann, mich mit dem Thema Veganismus auseinanderzusetzen. Langsam, aber stetig.

Milch mochte ich noch nie, auch von Butter war ich kein großer Fan, nur Käse, den fand ich klasse. Als ich mich mit der Milchproduktion befasste, machte es für mich überhaupt keinen Sinn, dass wir Menschen Milchprodukte, in welcher Form auch immer, zu uns nehmen. Ich fing an, Milch (ich trank Milch im Schwarztee, sonst gar nicht) mit Pflanzenmilch zu ersetzen. Statt Butter nahm ich bei süßen Aufstrichen etwas Nussbutter, ansonsten ließ ich es einfach weg.
Meinen Käse-Konsum schränkte ich stark ein, doch es fiel mir wirklich richtig schwer. Es folgte ein Rhythmus, den ich nicht sehr mochte. Ich würde 3 Monate vegan leben, dann ein Gericht mit Käse essen, 3 Monate vegan leben, usw. Ich kam einfach nicht los. Mittlerweile weiß ich, dass in Käseprodukten diverse Hormone in hoher Konzentration enthalten, die uns wirklich süchtig danach machen.
Jedenfalls wollte ich mich so gerne komplett vegan ernähren und das einzige, was mir half, war mich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es half mir, zu lernen, dass es die Kühe auf Bio-Bauernhöfen nicht viel besser haben als auch konventionellen, denen dort auch direkt nach der Geburt die Kälbchen weggenommen werden und diese mit künstlicher Milch gefüttert werden, nur damit wir Menschen die für die Kälber bestimmte Kuhmilch trinken können. Nach vielen Videos, Büchern und Reportagen konnte ich einfach keine Milch mehr trinken und wollte auch keinen Käse mehr essen. Jedesmal, wenn mich ein Stück Käse (zu der Zeit aß ich noch Feta und Mozzarella, sonst nichts) anlachte, rief ich mir die Bilder von den armen Kühen in Erinnerung und fragte mich „willst du so etwas wirklich unterstützen?“.
Inzwischen lebe ich ja komplett vegan und vermisse auch den Käse nicht mehr.
Insgesamt, mal vom Käse abgesehen, fiel mir die Transformation leicht, aber dies lag daran, dass ich noch nie ein großer Fan von Milchprodukten, Sahne-Saucen, etc. war.

Wenn man sich rein pflanzlich ernährt, muss man die Ernährung stark umstellen und man entdeckt dabei so tolle neue Produkte. Ich kann ehrlich sagen, dass ich, seit ich vegan lebe, 1000x abwechslungsreicher koche als jemals zuvor.

Und auch wenn ich manchmal genervt bin, wenn ich ein Paar Schuhe entdecke, das meinen Namen schreit und ich dann feststellen muss, dass es aus Leder gefertigt wurde – ich bin nichts lieber in der Welt als Veganerin.

Das Gefühl, welches sich einstellt, wenn man rein pflanzlich lebt, ist so grandios, man fühlt sich als wäre man in einem Dauer-Yoga-Zustand: leicht, unbeschwert und frei. Ich hatte wirklich das Gefühl, Felsbrocken fielen von meinen Schultern, ich legte ein Stück weit Verantwortung ab, Leid zu unterstützen.

Zum Veganismus zählt allerdings so viel mehr, als nur die Ernährung.

Wenn man sich mal umschaut, welche Produkte man sonst noch kauft, wo man in der Freizeit hingeht, dann stößt man schnell auf viele Dinge, die Tieren gar nicht guttun. Sei es, dass das Haarspray nicht vegan ist und von einer Firma ist, die Tierversuche durchführt, man Lederschuhe trägt oder man gerne in den Zirkus geht, in dem Tiere auftreten.

PETA fasst ihre Arbeit in 4 Segmente zusammen:

  • Bekleidungsindustrie
  • Entertainment
  • Massentierhaltung
  • Tierversuche

Wenn man auf diese 4 Punkte achtet, ist man im Grunde gut bedient.

In dieser Woche werde ich zu jedem dieser 4 Felder Empfehlungen schreiben, wie ihr diese Bereiche vermeiden könnt.

Auch wenn ihr Cold Turkey gehen wollt, habt nicht den Anspruch, 100%ig vegan zu werden über Nacht. In so vielen Produkten sind versteckte unvegane Zutaten, Impfstoffe werden mit Tierversuchen getestet, es ist nahezu unmöglich, komplett vegan zu leben, vor allem, wenn man neu ist.

Wenn ihr spezielle Fragen habt, nur zu, ansonsten gibt es in den Tagen jetzt weitere Tipps!

Ich hoffe, diese werden es euch leichter machen „compassionate choices“ zu machen und nach einer Weile werdet ihr sehen, dass es gar nicht so schwer ist, vegan zu leben 🙂

Als Hilfe schon mal hier der Link zum Veganen Probe-Abo von Peta.