How to: vegan werden, Teil 2

Heute geht es also weiter, nachdem ich vorgestern ein bisschen etwas von meiner veganen Geschichte erzählt habe.

Aber ich möchte euch noch kurz etwas sagen. Setzt euch nicht unnötig unter Druck, gebt euer Bestes, aber denkt daran. Ihr seid niemandem Rechenschaft schuldig, außer euch selbst. Niemand ist perfekt.

Auch mir passieren ziemlich unvegane Dinge und ich lebe noch und mache mich deswegen nicht verrückt. That´s life!

Ich werde die Tipps in 5 Kategorien aufteilen:

  1. Bekleidung/Wäsche
  2. Ernährung
  3. Entertainment
  4. Kosmetik
  5. Sonstiges

Heute geht es also um das Thema BEKLEIDUNG.

Einfach. Denkt man.

Aus welchem Material ist eure Bettdecke? Daunen vielleicht?

Und im Pulli ist Wolle?

Macht nichts, oder? Leider doch.

Neulich las ich in einem Natur-Bekleidungsmagazin: „Feinste Merinowolle von jungen Lämmern. Das Beste für Ihr Kind“. Das finde ich so fies! Die kleinen Lämmer haben doch nicht umsonst so dicke Wolle! Die frieren doch auch. Aber nein, für unsere Kinder gibt es ja keine Alternative, tz.

Natürlich ist es zum Beispiel beim Stoff-Windeln gut, wenn man eine Wollhose darüber zieht, die auch wirklich dicht hält, aber dazu kleine Lämmchen schären? Hm.

Und die Geschichte mit Seiden-Raupen ist auch schlimm. Das wissen übrigens ganz viele nicht. Aber auch für Seide sterben Tiere. Und die fühlen, genau wie Hummer, Schmerz. Ich weiß gar nicht, warum die Leute sich Unterschiede einbilden. Wieso sollte eine Raupe oder ein Meerestier keinen Schmerz fühlen?

Von Leder möchte ich gar nicht erst anfangen. Aber man kann sich, zumindest wenn man in einem „günstigeren“ Geschäft Lederware kauft, absolut NICHT sicher sein, von welchem Tier das Leder stammt. Es kann gut möglich sein, dass eine Katze oder ein Hund (ernsthaft) dafür herhalten musste.

Pelze. Absolut widerwertig. Wie kann man sich mit so etwas „schmücken“? Und leider fiel mir gerade in letzter Zeit auf, dass es so etwas wie einen „Pelztrend“ gibt?! Es ist ekelerregend. Es ist so zum Kotzen, wenn im Fernsehen solche Objekte gezeigt werden. Und dann noch in einem Zusammenhang mit Luxus und „guten Produkten“. Ohne zu erwähnen, was die Tiere durchmachen.

PETA rät, keine Kleidung zu kaufen, die mit echten Tierprodukten verwechselt werden kann, sodass man die richtige Botschaft abgibt.

Ich werde den Moment nie vergessen, als ich in der Uni mit einer Freundin ein Referat über die „I´d Rather Go Naked Than Wear Fur“ Kampagne von PETA hielt und meinen Kommilitonen dieses kurze Video zeigte:

http://www.youtube.com/verify_age?next_url=/watch%3Fv%3DoxVwsA2MLWA%26feature%3Dplayer_embedded

Entsetztes Schweigen. Laute Aufrufe. Und dieses Video ist noch nicht mal das schlimmste Material, was es zu sehen gibt. Ich habe unzählige Videos bei PETA gesehen und hatte bis zu diesem Moment geglaubt, dass nur die bestialischsten Szenen gezeigt würden. Pustekuchen. Viele Aufnahmen sind so schrecklich, dass sie im Archiv bleiben.

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich möchte nichts an meinem Körper haben, für das ein Tier Qualen durchleiden musste. Sinnlose Qualen, möchte ich hier mal betonen.

Es gibt so viele gute Alternativen, dass es einfach nicht nötig ist, dass wir uns mit tierischen Produkten kleiden oder zudecken.

Habt ihr mal einen Film über Daunenfarmen gesehen? Auch dort werden die Tiere bei lebendigem Leib misshandelt und gerupft.

Ich möchte gar keine weiteren Videos zeigen, aber hier ein paar Links mit Informationen zu diesem Thema.

Wie immer kann ich auch nur die Website von PETA empfehlen, und das sage ich nicht, weil ich dort gearbeitet habe, sondern weil die Seite super informativ ist (besonders die amerikanische, deswegen verlinke ich auch immer dorthin).

Macht euch einfach mal ein paar Gedanken und lest, wie bei den Lebensmitteln, die Etiketten.

Der für Schuhe verwendete Kleber wird leider meistens nicht deklariert, wenn also kein Zusatz wie „man made“ auf den Schuhen steht, einfach nachforschen. Dies ist ein sehr leidiges Thema bei Veganern, da es oftmals nur sehr diffuse Infos gibt.

Eine große Frage ist immer die, was man jetzt mit den alten Sachen macht, die noch aus omnivoren bzw. vegetarischen Zeiten stammen?!

PETA handelt es so: alle Pelze werden gesammelt und zum Beispiel in kalten Wintern in New York an die dortigen Obdachlosen verteilt, die kein Geld für warme Kleidung haben und sonst erfrieren. Laut Ingrid sind Obdachlosen die einzigen Menschen, die Pelz tragen dürfen.

Ich selbst habe noch eine Bluse mit einem Seidenanteil (die habe ich vor Jahren gekauft ohne das Etikett zu lesen) und einige Paar Schuhe. Wobei es nicht viele sind, vielleicht 3 Paar Ballerinas, 1 Paar Stiefel und 6 Paar High Heels. Maximal. Was tun damit? Wegschmeißen finde ich total blöd, die Tiere haben schließlich schon gelitten und es hilft jetzt niemandem mehr, die Sachen einfach in den Müll zu geben. Dann lieber in die Altkleidersammlung (am liebsten in eine, wo man sichergehen kann, dass die Kleidung nicht in Afrika verkauft wird) oder verschenken. Auch wenn ich manchmal (im letzten halben Jahr 1x) noch Lederschuhe trage, so mache ich das nicht gerne und werde diese jetzt entültig verscherbeln, nachdem sie so lange bei mir herumstehen. Was ich gut finde: auf Ebay versteigern und den Erlös einer Tierorganisation zukommen lassen.

eta: Küchenzettelblock hat auch noch eine tolle Idee, was man mit den alten Sachen macht: ab damit zum Kleiderkreisel! Eine super coole Sache, nicht nur zum Loswerden von nicht-veganen Produkten geeignet 😉

Jetzt aber zu den Links:

Es gibt noch viele weitere tolle Einträge von anderen Bloggern zu diesem Thema und auch einige Einkaufslisten in veganen Foren, etc., doch ich denke mit diesen Links seid ihr erstmal gut bedient.

Und nicht vergessen: immer das Label checken!

P.S.: Ich habe schon super Buch-Empfehlungen zum Thema Veganismus bekommen, wenn ihr auch einen Vorschlag habt, immer her damit, am Ende der Serie stelle ich alle vor 🙂